Hybrides Arbeiten ist längst kein Experiment mehr, sondern Standard. Knapp ein Viertel aller Beschäftigten in Deutschland arbeitet zumindest zeitweise von zuhause. Trotzdem wissen viele Arbeitgeber nicht genau, welche steuerlichen Spielräume es rund ums Homeoffice gibt. Hier steht, was für die Homeoffice-Pauschale 2026 gilt, wo die häufigsten Missverständnisse liegen und was ihr als Arbeitgeber konkret tun könnt.
Die Homeoffice-Pauschale, offiziell Tagespauschale, wurde mit dem Jahressteuergesetz 2022 dauerhaft eingeführt. Mitarbeitende können sie in ihrer Steuererklärung als Werbungskosten ansetzen, ohne ein abgeschlossenes Arbeitszimmer zu haben. Der Küchentisch zählt.
Wichtig: Die Pauschale ist Teil der Werbungskosten. Für alle Arbeitnehmenden gilt ohnehin der Pauschbetrag von 1.230 € im Jahr. Die Homeoffice-Pauschale bringt also nur dann etwas, wenn alle Werbungskosten zusammen, etwa mit Fahrtkosten an Bürotagen oder Arbeitsmitteln, über 1.230 € liegen.
Für jeden Tag, an dem zwei Bedingungen erfüllt sind:
Ausnahme: Steht im Büro dauerhaft kein eigener Arbeitsplatz zur Verfügung, etwa bei Lehrkräften oder bei Desk-Sharing mit zu wenig Plätzen, gilt die Pauschale auch an Tagen, an denen ihr zusätzlich im Büro wart.
Das häufigste Missverständnis: Wer morgens zwei Stunden im Büro war und nachmittags zuhause weiterarbeitet, bekommt die Pauschale für diesen Tag in der Regel nicht, auch wenn die Homeoffice-Zeit überwiegt. Für die Fahrt ins Büro gibt es stattdessen die Entfernungspauschale, seit 2026 38 Cent ab dem ersten Kilometer.
Die Beträge bleiben unverändert: 6 € pro Tag, höchstens 1.260 € im Jahr. Geändert hat sich vor allem die Praxis. In den Pandemiejahren haben viele Finanzämter großzügig akzeptiert, was angegeben wurde. Heute fragen sie öfter nach, wie viele Tage wirklich im Homeoffice gearbeitet wurde. Eine eigene Aufstellung der Tage und eine Bescheinigung des Arbeitgebers sind deshalb der sichere Weg.
Neu seit 2026 ist die höhere Entfernungspauschale ab dem ersten Kilometer. Für Mitarbeitende mit vielen Bürotagen und kurzem Weg wird es dadurch einfacher, über den Werbungskosten-Pauschbetrag zu kommen. Alle Änderungen 2026 im Überblick stehen in Mitarbeiter-Benefits 2026: die wichtigsten Änderungen.
Nein, nicht steuerfrei. Die Homeoffice-Pauschale ist eine Regel für die Steuererklärung der Mitarbeitenden. Zahlt ihr als Arbeitgeber einen pauschalen Homeoffice-Zuschuss in Geld, ist er voll steuer- und sozialversicherungspflichtig.
Es gibt aber mehrere Wege, wie ihr Homeoffice steuerlich günstig unterstützen könnt:
Der einfachste und wirksamste Weg ist die Internetpauschale: Bis 50 € im Monat für den privaten Internetanschluss, pauschal mit 25 % versteuert, für Mitarbeitende ohne Abzug. Das sind bis zu 600 € netto im Jahr. Alle Regeln und ein Muster für die Erklärung stehen in Internetpauschale 2026.
Auch Laptop, Monitor oder Smartphone könnt ihr zur privaten Nutzung überlassen, komplett steuer- und beitragsfrei. Mehr dazu beim Hardware-Leasing.
Stellt euren Mitarbeitenden auf Wunsch eine einfache Bescheinigung aus. Das kostet kaum Aufwand und hilft bei Rückfragen des Finanzamts. So kann sie aussehen:
Bescheinigung über Tätigkeit im Homeoffice Hiermit bestätigen wir, dass [Vorname Nachname] im Jahr [Jahr] an [Anzahl] Arbeitstagen überwiegend in der häuslichen Wohnung gearbeitet und an diesen Tagen die erste Tätigkeitsstätte nicht aufgesucht hat. Grundlage ist [die Homeoffice-Vereinbarung vom … / die Zeiterfassung]. [Ort, Datum, Unterschrift Arbeitgeber]
Wer eine digitale Zeiterfassung hat, die zwischen Büro und Homeoffice unterscheidet, hat den Nachweis schon. Die Daten lassen sich direkt für die Bescheinigung verwenden.
Legt in einer Betriebsvereinbarung oder einer individuellen Vereinbarung fest, an welchen Tagen Homeoffice möglich oder vorgesehen ist. Das schafft Klarheit für alle und eine solide Grundlage für die Steuererklärung.
Viele Mitarbeitende wissen nicht, dass sie die Pauschale nutzen können oder wann sie gilt. Ein kurzer Hinweis im Newsletter oder in der Benefit-App vor der Steuersaison spart ihnen Geld und zeigt, dass ihr mitdenkt. Wie ihr Benefits gut kommuniziert, steht in Benefits kommunizieren.
Ein häusliches Arbeitszimmer lohnt sich nur, wenn es der Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit ist. Für die meisten Beschäftigten im hybriden Modell ist die Homeoffice-Pauschale die einfachere Wahl. Beides gleichzeitig für denselben Zeitraum geht nicht.
„Die Pauschale gibt es automatisch.“ Nein. Sie muss in der Steuererklärung eingetragen werden.
„Wer überwiegend zuhause war, bekommt die Pauschale immer.“ Nicht, wenn am selben Tag das Büro besucht wurde und es dort einen eigenen Arbeitsplatz gibt.
„Der Arbeitgeber kann die Pauschale steuerfrei auszahlen.“ Nein. Ein Geldzuschuss fürs Homeoffice ist steuerpflichtig. Steuerlich günstig sind Internetpauschale, überlassene Hardware und Sachbezug.
„Als Arbeitgeber geht mich das nichts an.“ Stimmt nicht. Mit einer Bescheinigung, klaren Regeln und passenden Benefits schafft ihr echten Mehrwert.
Die Homeoffice-Pauschale ist für eure Mitarbeitenden eine echte Entlastung, wenn sie die Regeln kennen und die Tage sauber dokumentieren. Als Arbeitgeber könnt ihr mehr bewegen, als viele denken: mit Bescheinigungen, klaren Homeoffice-Regeln und Benefits wie der Internetpauschale oder überlassener Hardware, die das Arbeiten von zuhause für alle attraktiver machen. Weitere Benefits findet ihr im Leitfaden Mitarbeiterbenefits.
Wie hoch ist die Homeoffice-Pauschale 2026? 6 € pro Tag, für höchstens 210 Tage, also bis zu 1.260 € im Jahr. Die Werte sind gegenüber 2025 unverändert.
Wann gilt die Homeoffice-Pauschale? Für Tage, an denen Mitarbeitende überwiegend zuhause gearbeitet und das Büro nicht aufgesucht haben. Gibt es im Büro dauerhaft keinen eigenen Arbeitsplatz, gilt sie auch an Tagen mit Bürobesuch.
Bekomme ich die Pauschale, wenn ich morgens im Büro war? In der Regel nicht, auch wenn die Arbeitszeit zuhause überwiegt. Ausnahme: Im Büro steht dauerhaft kein eigener Arbeitsplatz zur Verfügung.
Kann der Arbeitgeber die Homeoffice-Pauschale steuerfrei zahlen? Nein. Ein pauschaler Homeoffice-Zuschuss in Geld ist steuer- und sozialversicherungspflichtig. Steuerlich günstig sind die Internetpauschale bis 50 € im Monat, überlassene Hardware und der Sachbezug.
Muss der Arbeitgeber die Homeoffice-Tage bescheinigen? Er muss nicht, kann es aber auf Wunsch tun. Eine Bescheinigung hilft Mitarbeitenden bei Rückfragen des Finanzamts.
Kann man Homeoffice-Pauschale und Arbeitszimmer kombinieren? Nicht für denselben Zeitraum. Ein häusliches Arbeitszimmer lohnt sich nur, wenn es der Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit ist.
Lohnt sich die Homeoffice-Pauschale immer? Nur, wenn alle Werbungskosten zusammen über dem Pauschbetrag von 1.230 € im Jahr liegen. Sonst wird ohnehin der Pauschbetrag berücksichtigt.
Quellen: § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b und 6c EStG, § 9 Abs. 5 EStG, BMF-Schreiben zur Tagespauschale und zum häuslichen Arbeitszimmer
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.

Leonard Gohlke
27. Februar 2026 | 6 min
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