Jahresendspurt: Benefit-Budget 2026 nicht verschenken

Monatliche Freigrenzen wie der 50-€-Sachbezug lassen sich nicht nachholen. Ungenutzte Monate sind weg. Nutzt jetzt November und Dezember. Jahresfreibeträge laufen dagegen am 31. Dezember ab und lassen sich noch ausschöpfen: Gesundheitsförderung (600 €), Erholungsbeihilfe für den Winterurlaub, Weihnachtsfeier (110 €) und betriebliche Altersvorsorge. Weihnachtsgeld dürft ihr in die bAV umwandeln, aber nicht in einen Sachbezug.

Der Jahreswechsel naht und mit ihm die letzte Chance, das Benefit-Budget 2026 zu nutzen. Anders als Resturlaub lassen sich steuerliche Freibeträge nicht ins nächste Jahr übertragen. Für HR lohnt sich deshalb jetzt ein genauer Blick: Was ist schon verloren, was geht noch, und was darf man auf keinen Fall tun?

Kann man den Sachbezug rückwirkend nachholen?

Nein. Die 50-€-Freigrenze gilt pro Kalendermonat. Wurde sie im März nicht genutzt, könnt ihr im Dezember nicht 100 € geben, um den März nachzuholen. Die Freigrenze würde überschritten und der gesamte Betrag wäre steuer- und beitragspflichtig. Dasselbe gilt für Essenszuschuss und Internetpauschale.

Monatliche Grenzen: Nicht nachholbar

BenefitGrenzeWas zum Jahresende gilt
Sachbezug50 € im MonatNovember und Dezember noch nutzen. Vergangene Monate lassen sich nicht nachholen.
Essenszuschussbis 7,67 € pro Arbeitstaggilt nur für tatsächliche Arbeitstage, nicht rückwirkend
Internetpauschale50 € im Monatmonatlich, nicht rückwirkend
Aufmerksamkeiten60 € pro Anlassnur persönliche Anlässe, Weihnachten zählt nicht
Weihnachtsgeschenkpauschal 30 % (§ 37b EStG)möglich, aber beitragspflichtig
Stand: Oktober 2026emplu

Was ihr tun könnt: Sorgt dafür, dass November und Dezember für alle Berechtigten genutzt werden. Prüft besonders neue Mitarbeitende, Rückkehrende aus der Elternzeit und Teilzeitkräfte. Sie werden bei der Freischaltung am häufigsten vergessen.

Unterscheidet dabei zwischen der steuerlichen Grenze und dem Guthaben, das eine Plattform anzeigt. Entscheidend ist, in welchem Monat die Leistung gewährt wurde und ob die Voraussetzungen zu diesem Zeitpunkt erfüllt waren. Mehr zu den Regeln lest ihr im Überblick zum Sachbezug 2026.

Welche Freibeträge laufen am 31. Dezember ab?

Anders ist es bei Freibeträgen, die pro Jahr gelten. Sie lassen sich bis zum 31. Dezember noch ausschöpfen:

Diese Freibeträge laufen am 31. Dezember ab

FreibetragPro JahrBis 31.12. noch möglich, wenn …
Gesundheitsförderung (§ 3 Nr. 34 EStG)600 €der Kurs zertifiziert ist und im Dezember stattfindet oder bezahlt wird
Notfall-Kinderbetreuung (§ 3 Nr. 34a EStG)600 €kurzfristige Betreuung nötig war, z. B. wegen Krankheit
Erholungsbeihilfe156 / 104 / 52 €der Urlaub höchstens drei Monate davor oder danach liegt, z. B. über Weihnachten
Betriebsveranstaltung110 € pro Person, 2 Feierndie Weihnachtsfeier allen offensteht
Rabattfreibetrag1.080 €ihr eigene Produkte oder Leistungen vergünstigt anbietet
Betriebliche Altersvorsorge8.112 € steuerfrei, 4.056 € beitragsfreidie Umwandlung vor der Auszahlung vereinbart wird
Stand: Oktober 2026emplu

Drei davon lohnen sich im Dezember besonders:

  • Gesundheitsförderung: Bis 600 € im Jahr für zertifizierte Kurse, etwa Rückenkurse oder Stressbewältigung. Wer 2026 noch nichts genutzt hat, kann zum Beispiel einen Kurs im Dezember buchen.
  • Erholungsbeihilfe: 156 € für Beschäftigte, 104 € für Ehe- oder Lebenspartner, 52 € pro Kind, pauschal mit 25 % versteuert. Voraussetzung: Der Urlaub liegt höchstens drei Monate vor oder nach der Zahlung. Der Urlaub über Weihnachten und Neujahr passt also.
  • Weihnachtsfeier: Bis 110 € pro Person steuerfrei, für bis zu zwei Feiern im Jahr. Mehr dazu in Teambuilding und Wir-Gefühl.

Für das Weihnachtsgeschenk gelten eigene Regeln: Die 60-€-Grenze für Aufmerksamkeiten gilt nicht. Was erlaubt ist, steht im Artikel zum Weihnachtsgeschenk für Mitarbeitende.

Was dürft ihr mit dem Weihnachtsgeld machen?

Viele Arbeitgeber fragen jetzt: Kann man das Weihnachtsgeld steuerfrei auszahlen? Die Antwort hängt davon ab, wohin es fließt.

Was ihr mit dem Weihnachtsgeld machen dürft

Weihnachtsgeld als …Erlaubt?Effekt
Auszahlung als Bruttolohnjavoll steuer- und beitragspflichtig
Beitrag zur bAV (Entgeltumwandlung)ja, vor Auszahlung vereinbarenbis 4.056 € beitragsfrei, bis 8.112 € steuerfrei; Arbeitgeber gibt 15 % Zuschuss
Einzahlung ins Zeitwertkontoja, wenn ein Konto bestehtSteuer und Beiträge erst bei Auszahlung in der Freistellung
Umwandlung in Sachbezug oder Gutscheinneinverstößt gegen die Zusätzlichkeit
Umwandlung in Erholungsbeihilfe oder Internetpauschaleneinnur zusätzlich zum geschuldeten Lohn
Zusätzlichkeit nach § 8 Abs. 4 EStG · Stand: Oktober 2026emplu

Wichtig ist die Zusätzlichkeit: Sachbezug, Erholungsbeihilfe, Internetpauschale und die meisten anderen steuerfreien Benefits müsst ihr zusätzlich zum geschuldeten Lohn zahlen. Ein vertraglich zugesagtes Weihnachtsgeld dürft ihr deshalb nicht in Gutscheine umwandeln.

Erlaubt ist dagegen die Umwandlung in die betriebliche Altersvorsorge. Dafür muss die Vereinbarung stehen, bevor das Weihnachtsgeld ausgezahlt wird. Für Mitarbeitende lohnt das, weil der Beitrag bis 4.056 € im Jahr steuer- und beitragsfrei bleibt. Ihr gebt mindestens 15 % Zuschuss dazu, wenn ihr Beiträge spart. Mehr dazu in Betriebliche Altersvorsorge für Arbeitgeber.

Wie geht ihr beim Jahresabschluss vor?

Für die Auswertung gleicht ihr Personalstammdaten, Abrechnung und den Bericht eures Anbieters ab. Berücksichtigt Ein- und Austritte, Elternzeit, längere Abwesenheiten und unterschiedliche Gruppen. Nicht jede Person hat denselben Anspruch. Eine pauschale Aufladung für alle kann Grenzen überschreiten.

Checkliste Jahresende 2026

Prüfen bis Mitte DezemberVerantwortlich
Sachbezug für November und Dezember an alle Berechtigten ausgegeben, auch an NeueHR
Jahresfreibeträge pro Person ausgewertet (Gesundheit, Erholungsbeihilfe, Rabatte)HR und Payroll
Wunsch nach bAV-Umwandlung von Weihnachtsgeld schriftlich vereinbartHR
Nachweise 2026 im Lohnkonto vollständigPayroll
Werte 2027 im Abrechnungsprogramm hinterlegtPayroll
Kommunikation für Januar vorbereitetHR
Stand: Oktober 2026emplu

Benennt eine Person für die finale Freigabe. Sie hält fest, was umgesetzt wurde, was steuerlich nicht mehr möglich ist und welche Fragen ins neue Jahr gehen. Plant das bis Mitte Dezember, denn zwischen den Feiertagen sind Payroll und Dienstleister oft nur eingeschränkt erreichbar. Welche Nachweise ihr für jeden Benefit braucht, lest ihr im Artikel zu den Nachweispflichten.

Was ändert sich 2027?

Der Jahreswechsel ist auch der richtige Moment, die Benefits für 2027 festzulegen. Steuerfreie Benefits bleiben nach aktuellem Stand gleich. Mindestlohn, Minijob-Grenze und Beitragsbemessungsgrenzen steigen, Minijobs werden für Arbeitgeber teurer. Alle Werte stehen in Steuerreform 2027, die Budgetplanung in Budget 2027.

Plant das Budget nicht nur nach den möglichen Freigrenzen, sondern nach der tatsächlichen Nutzung und den geplanten Neueinstellungen. Bereitet die Kommunikation für Januar früh vor. Dann erleben Mitarbeitende Änderungen als Weiterentwicklung und nicht als überraschende Kürzung.

Fazit: Jetzt prüfen, nicht im Januar

Ungenutzte Freigrenzen sind verlorenes Netto für eure Mitarbeitenden und ein verpasstes Signal, dass Benefits bei euch gelebt werden. Monatliche Grenzen lassen sich nicht nachholen, Jahresfreibeträge schon. Nutzt die nächsten Wochen für eine kurze Auswertung, sprecht über das Weihnachtsgeld und startet mit einem klaren Plan ins Jahr 2027.

Häufige Fragen zum Jahresende

Kann man den Sachbezug nachträglich für vergangene Monate nutzen? Nein. Die 50-€-Freigrenze gilt pro Kalendermonat. Ungenutzte Monate verfallen. Wer mehr als 50 € in einem Monat gibt, überschreitet die Freigrenze, und der gesamte Betrag wird steuer- und beitragspflichtig.

Welche Freibeträge gelten pro Jahr? Unter anderem Gesundheitsförderung (600 €), Notfall-Kinderbetreuung (600 €), Erholungsbeihilfe (156 € plus 104 € für Partner und 52 € pro Kind), Betriebsveranstaltungen (110 € pro Feier, zwei pro Jahr), Rabattfreibetrag (1.080 €) und die betriebliche Altersvorsorge.

Kann man das Weihnachtsgeld steuerfrei auszahlen? Nicht direkt. Ihr könnt es aber per Entgeltumwandlung in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen, bis 4.056 € im Jahr steuer- und beitragsfrei. Eine Umwandlung in Sachbezug oder Gutscheine ist nicht erlaubt.

Darf man die Erholungsbeihilfe im Dezember zahlen? Ja, wenn der Urlaub höchstens drei Monate vor oder nach der Zahlung liegt. Ein Urlaub über Weihnachten oder im Frühjahr 2027 passt.

Was passiert mit ungenutztem Benefit-Budget? Steuerlich verfallen ungenutzte Monate und Jahresfreibeträge zum Jahresende. Was mit dem bezahlten Budget passiert, hängt vom Anbieter ab. Bei einer Abrechnung nach Nutzung zahlt ihr ungenutztes Budget gar nicht erst.

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Quellen: § 8 Abs. 2 Satz 11 und Abs. 4 EStG, § 3 Nr. 34, 34a, 63 EStG, § 40 Abs. 2 EStG, § 19 Abs. 1 Nr. 1a EStG, § 1a BetrAVG

Hinweis: Stand Oktober 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.

von Alina Beckmann

1. September 2026 | 4 min