
Nach den Millennials (Gen Y) tritt nun die Generation Z (geboren nach 1995) mit Macht in den Arbeitsmarkt. Doch während früher über "Befindlichkeiten" diskutiert wurde, ist die Auseinandersetzung mit der Gen Z heute eine reine Überlebensfrage für Unternehmen. Der Grund: Der demografische Wandel führt dazu, dass eine deutlich kleinere Generation auf eine riesige Rentenlücke der "Boomer" trifft.
Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft blieben 2023 bereits 570.000 Stellen unbesetzt. Da die Nachkriegsgeneration den Markt massiv verlässt, wird Arbeitskraft zum knappsten Gut. Unternehmen müssen sich daher nicht nur oberflächlich, sondern datengestützt mit der Gen Z auseinandersetzen. Stefan Rippler vom Persona Institut nutzt hierfür wissenschaftliche (Candidate-)Personas, um jenseits von Klischees zu verstehen, was junge Talente wirklich bewegt.
Datenbasierte Analysen zeigen: Die Gen Z ist keineswegs nur auf "Obstkörbe" aus. Ganz oben auf der Prioritätenliste stehen:
Das Vorurteil der "faulen Generation" hält Stefan Rippler für wissenschaftlich unhaltbar. Die Gen Z ist hochgradig leistungsbereit – allerdings unter einer Bedingung: Die Arbeit muss sinnvoll sein.
Purpose und Werteorientierung sind die stärksten Motivatoren. Diese Generation sucht Arbeitgeber, die soziale Verantwortung und ökologische Nachhaltigkeit nicht nur im Marketing, sondern im Kerngeschäft leben. Wenn der Sinngehalt (Purpose) stimmt, verwandelt sich vermeintliche Zurückhaltung in hohes Engagement.
Ein entscheidender Punkt von Ripplers Analyse: Es gibt nicht "DIE" Gen Z. Generationen sind keine homogenen Blöcke. Die individuellen Bedürfnisse hängen stark von folgenden Faktoren ab:
Unternehmen benötigen daher eine individuelle Benefit-Strategie. Statt eines starren Pakets für alle sollte ein modulares System (wie das von emplu) genutzt werden, das es dem Einzelnen erlaubt, sich genau die Wertschätzung herauszusuchen, die zu seiner aktuellen Lebenslage passt.
Die Gen Z zwingt Unternehmen dazu, moderner, flexibler und authentischer zu werden. Das mag anstrengend sein, bietet aber die Chance, die gesamte Unternehmenskultur auf ein neues Level zu heben. Wer die Vorurteile ablegt und stattdessen auf Daten und echte Wahlmöglichkeiten setzt, wird nicht nur Talente finden – er wird sie halten.
Das ganze Gespräch mit Stefan Rippler findet ihr auf Youtube.

von Fanny Remus
16. Oktober 2024 | 7 min
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