
Zur Generation Z zählen alle, die etwa zwischen 1995 und 2010 geboren sind. Sie sind mit Smartphone und Internet aufgewachsen und stehen heute am Anfang oder in der ersten Hälfte ihres Berufslebens.
Das Vorurteil lautet: Die Gen Z will nur nehmen, aber nichts geben. Die Trendforschung widerspricht dem. Für Unternehmen ist die Auseinandersetzung mit dieser Generation ohnehin keine Geschmacksfrage: Laut Institut der deutschen Wirtschaft blieben schon 2023 rund 570.000 Stellen unbesetzt, und mit dem Renteneintritt der Babyboomer wird Arbeitskraft noch knapper. Eine kleinere junge Generation entscheidet, wer seine Stellen besetzen kann.
Im Gespräch mit uns hat Stefan Rippler vom Persona Institut gezeigt, was junge Talente jenseits der Klischees bewegt. Er arbeitet mit wissenschaftlichen Candidate-Personas. Ganz oben stehen vier Dinge:
Dazu kommt der Sinn: Die Gen Z ist hochmotiviert, wenn die Arbeit sinnvoll ist und der Arbeitgeber soziale und ökologische Verantwortung nicht nur im Marketing, sondern im Alltag lebt.
Aus den vier Bedürfnissen lassen sich konkrete Benefits ableiten, viele davon steuerfrei:
Bei emplu sind bei jüngeren Mitarbeitenden besonders das Dienstrad und Firmenfitness wie Urban Sports Club beliebt. Insgesamt fließt der größte Teil des Budgets in Lebensmittel und Mobilität, also in Benefits, die den Alltag spürbar entlasten.
Doch Vorsicht vor Schubladen. Stefan Rippler betont: Es gibt nicht „die“ Gen Z. Was jemand braucht, hängt stärker von der Lebensphase, der Branche, der Region und den eigenen Werten ab als vom Geburtsjahr. Ein Berufseinsteiger hat andere Sorgen als ein junger Vater, und nicht jeder sucht das Tech-Start-up. Mehr dazu in Benefits nach Lebensphase und zur älteren Generation in Generation X: die vergessene Zielgruppe.
Gerade bei niedrigeren Gehältern wirken steuerfreie Benefits besonders stark:
Die Gen Z zwingt Unternehmen, moderner, flexibler und ehrlicher zu werden. Wer Vorurteile ablegt, auf echte Wahlmöglichkeiten setzt und Benefits anbietet, die finanzielle Sicherheit und Freiheit verbinden, findet junge Talente und hält sie.
Das ganze Gespräch mit Stefan Rippler findet ihr auf [YouTube](LINK ERGÄNZEN).
Welche Benefits sind für die Gen Z und Millennials am wichtigsten? Finanzielle Sicherheit, Flexibilität und Entwicklung. Konkret: Zuschuss zur Altersvorsorge, steuerfreier Sachbezug und Essenszuschuss, Deutschlandticket und Dienstrad, Homeoffice mit Internetzuschuss, Firmenfitness und mentale Gesundheit sowie Weiterbildung.
Was erwartet die Generation Z vom Arbeitgeber? Sinnvolle Arbeit, Flexibilität bei Ort und Zeit, faire Bezahlung mit finanzieller Sicherheit, klare Entwicklungsmöglichkeiten und einen Arbeitgeber, der Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft übernimmt.
Ist die Generation Z wirklich weniger leistungsbereit? Nein. Die Trendforschung zeigt, dass die Gen Z leistungsbereit ist, wenn die Arbeit sinnvoll ist und die Rahmenbedingungen stimmen. Das Vorurteil der faulen Jugend gab es bei jeder Generation.
Welche Benefits eignen sich für Auszubildende? Besonders wirksam sind Benefits, die netto voll ankommen: steuerfreier Sachbezug bis 50 € im Monat, Deutschlandticket, Essenszuschuss und die private Nutzung von Laptop oder Smartphone.
Wie bindet man Mitarbeitende der Gen Z? Mit Entwicklungsperspektiven, regelmäßigem Feedback, Flexibilität und Benefits, die sie selbst wählen können. Wer zeigt, dass er auf individuelle Bedürfnisse eingeht, hält junge Talente länger.

von Fanny Remus
16. Oktober 2024 | 7 min
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