Fahrtgeld steuerfrei: Tankgutschein, Fahrtkostenzuschuss und was wirklich erlaubt ist

Fahrtgeld in bar ist voll steuer- und beitragspflichtig. Günstiger sind vier Wege: Tankgutschein als Sachbezug bis 50 € im Monat (steuerfrei), Fahrtkostenzuschuss fürs Auto bis 0,38 € pro Entfernungskilometer (pauschal 15 %), ÖPNV-Zuschuss in voller Höhe (steuerfrei) und Dienstrad zusätzlich zum Lohn (steuerfrei). Alle müssen zusätzlich zum Lohn gezahlt werden. Ein vertraglich zugesagtes Fahrtgeld einfach in Benefits umzuwandeln, ist deshalb nicht erlaubt. Neues oder zusätzliches Budget dagegen schon.

Viele Unternehmen zahlen ihren Mitarbeitenden Fahrtgeld, oft als festen Betrag im Monat. Als normaler Gehaltsbestandteil ist das teuer: Bei den Mitarbeitenden kommt nur etwa die Hälfte an, der Rest geht an Steuer und Sozialversicherung. Dabei gibt es mehrere Wege, Fahrtkosten deutlich günstiger zu fördern.

Wie können Arbeitgeber Fahrtkosten steuergünstig zahlen?

Fahrtgeld steuergünstig zahlen: die Wege im Vergleich

WegGrenze 2026Steuer und SozialversicherungEntfernungspauschale
Tankgutschein (Sachbezug)50 € im Monat, mit allen Sachbezügen zusammensteuer- und beitragsfreibleibt erhalten
Fahrtkostenzuschuss fürs Autobis 0,38 € je Entfernungs-km und Arbeitstagpauschal 15 % durch den Arbeitgeber, beitragsfreiwird gemindert
ÖPNV-Zuschuss, Deutschlandticketin voller Höhe der Ticketkostensteuer- und beitragsfrei (§ 3 Nr. 15)wird gemindert
Dienstrad zusätzlich zum Lohnkeinesteuer- und beitragsfrei (§ 3 Nr. 37)bleibt erhalten
Fahrtgeld als Barzahlungkeinevoll steuer- und beitragspflichtigbleibt erhalten
Stand: Oktober 2026emplu

Die Wege lassen sich kombinieren. Ein Tankgutschein und ein Fahrtkostenzuschuss sind im selben Monat möglich, ebenso Deutschlandticket und Dienstrad.

Ist ein Tankgutschein steuerfrei?

Ja, bis 50 € im Monat als Sachbezug (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Für Mitarbeitende kommt der volle Betrag an, für euch fallen keine Lohnnebenkosten an.

Tankgutschein steuerfrei: 6 Voraussetzungen

#Voraussetzung für den steuerfreien Tankgutschein
1zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn, keine Gehaltsumwandlung
2höchstens 50 € im Monat, zusammen mit allen anderen Sachbezügen
3Gutschein oder Karte nur für Tankstellen oder eine begrenzte Kette, nicht in Geld umtauschbar
4keine nachträgliche Erstattung gegen Tankbeleg, das wäre Barlohn
5jeder Monat einzeln betrachtet, keine Übertragung von Restbeträgen bei Monatsgutscheinen
6Ausgabe im Lohnkonto dokumentiert
Stand: Oktober 2026emplu

Die häufigste Falle: Die 50 € gelten für alle Sachbezüge eines Monats zusammen. Bekommt jemand schon einen anderen Gutschein, Firmenfitness oder eine betriebliche Krankenversicherung als Sachleistung, bleibt für den Tankgutschein weniger. Wird die Grenze nur um einen Cent überschritten, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig.

Und: Die Erstattung eines Tankbelegs ist kein Sachbezug, sondern Barlohn. Steuerfrei ist nur ein Gutschein oder eine Karte, die direkt zum Tanken berechtigt. Alles zu den Regeln für Gutscheine steht in Sachbezug 2026: steuerfreie Gutscheine. Auch Minijobber können den Tankgutschein bekommen, er zählt nicht zur Verdienstgrenze. Mehr in Benefits für Minijobber.

Was ist der Fahrtkostenzuschuss mit 15 %?

Für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz mit dem eigenen Auto könnt ihr einen Zuschuss zahlen und ihn pauschal mit 15 % versteuern (§ 40 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 EStG). Er ist dann sozialversicherungsfrei.

  • Höchstbetrag: so viel, wie die Entfernungspauschale ergibt. 2026 sind das 0,38 € pro Entfernungskilometer und Arbeitstag, ab dem ersten Kilometer.
  • Nur für tatsächliche Bürotage: Homeoffice-Tage zählen nicht.
  • Nur zusätzlich zum Lohn.
  • Wirkung für Mitarbeitende: Der pauschal versteuerte Zuschuss wird auf ihre Entfernungspauschale in der Steuererklärung angerechnet.

Rechenbeispiel

Rechenbeispiel: Fahrtkostenzuschuss und Tankgutschein

Pendlerin mit 20 km Arbeitsweg, 15 Bürotage im Monatpro Monat
Fahrtkostenzuschuss (20 km × 15 Tage × 0,38 €), pauschal 15 %114,00 €
Tankgutschein als Sachbezug+ 50,00 €
Kommt netto an164,00 €
Kosten Arbeitgeber (inkl. 15 % Pauschalsteuer und Soli)rund 182 €
Zum Vergleich: dasselbe Netto als Gehaltserhöhungrund 400 €
Vereinfacht, ohne Kirchensteuer · Stand: Oktober 2026emplu

Für dasselbe Netto über eine Gehaltserhöhung zahlt ihr mehr als das Doppelte. Den Vergleich im Detail zeigt Gehaltserhöhung oder Benefits.

Welche Alternativen gibt es zum Auto?

  • Deutschlandticket und ÖPNV: Zuschüsse sind in voller Höhe steuer- und beitragsfrei, wenn sie zusätzlich gezahlt werden. Bei Entgeltumwandlung ist eine Pauschalierung mit 25 % möglich. Alles dazu in ÖPNV-Zuschuss richtig versteuern.
  • Dienstrad: zusätzlich zum Lohn komplett steuerfrei, per Entgeltumwandlung mit der 0,25-%-Regel. Mehr in Dienstrad-Leasing durch Entgeltumwandlung.

Mit einem Mobilitätsbudget fasst ihr diese Möglichkeiten zusammen: Mitarbeitende wählen selbst, ob sie Tankgutschein, Deutschlandticket oder Dienstrad nutzen. Steuerlich gilt dabei für jeden Baustein seine eigene Regel. Wie so ein Budget aufgebaut ist, steht in Flexible Benefits statt Einzellösungen.

Darf ich bestehendes Fahrtgeld in Benefits umwandeln?

Hier ist Vorsicht geboten. Steuerfreie und pauschal versteuerte Benefits müssen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn gezahlt werden. Wer einen Lohnbestandteil streicht und dafür einen steuerfreien Benefit gibt, wandelt Gehalt um. Dann entfällt die Steuerfreiheit, rückwirkend bei einer Prüfung.

Darf ich bestehendes Fahrtgeld in Benefits umwandeln?

SituationUmstellen auf steuerfreie Benefits?
Fahrtgeld ist im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag fest zugesagtnein, das wäre eine unzulässige Gehaltsumwandlung
Fahrtgeld wird freiwillig gezahlt, mit wirksamem Widerrufsvorbehaltmöglich, nach rechtlicher Prüfung und mit neuer, eigenständiger Zusage
Neue Mitarbeitende ohne bisheriges Fahrtgeldja, Benefits von Anfang an zusätzlich zum Gehalt
Zusätzliches Budget neben dem bisherigen Fahrtgeldja, jederzeit
Im Einzelfall arbeitsrechtlich und steuerlich prüfen lassen · Stand: Oktober 2026emplu

Der sichere Weg: Das bestehende Fahrtgeld bleibt, und ihr gebt zusätzlich ein Benefit-Budget dazu. Oder ihr führt neue Benefits für alle neuen Mitarbeitenden von Anfang an ein. Wer ein bestehendes Fahrtgeld ablösen will, sollte das vorher arbeitsrechtlich und steuerlich prüfen lassen. Warum die Zusätzlichkeit so wichtig ist, steht in Benefits rechtssicher gestalten.

Fazit: Fahrtgeld geht günstiger als in bar

Fahrtgeld als Barzahlung ist die teuerste Lösung. Tankgutschein, Fahrtkostenzuschuss, ÖPNV-Zuschuss und Dienstrad bringen bei gleichem Budget deutlich mehr bei euren Mitarbeitenden an. Wichtig ist, dass alles zusätzlich zum Lohn kommt. Dann steht einem flexiblen Mobilitätsangebot nichts im Weg.

Häufige Fragen zu Fahrtgeld und Tankgutschein

Ist ein Tankgutschein vom Arbeitgeber steuerfrei? Ja, bis 50 € im Monat als Sachbezug, zusammen mit allen anderen Sachbezügen. Voraussetzung: Er wird zusätzlich zum Lohn gewährt und kann nicht in Geld umgetauscht werden.

Welche Voraussetzungen gelten für einen steuerfreien Tankgutschein? Zusätzlich zum Lohn, höchstens 50 € im Monat zusammen mit anderen Sachbezügen, nur für Tankstellen oder eine begrenzte Kette einlösbar und keine nachträgliche Erstattung gegen Tankbeleg.

Ist Fahrtgeld vom Arbeitgeber steuerfrei? Als Barzahlung nicht. Steuerfrei sind Tankgutschein bis 50 €, ÖPNV-Zuschuss und Dienstrad zusätzlich zum Lohn. Ein Fahrtkostenzuschuss fürs Auto kann pauschal mit 15 % versteuert werden und ist dann beitragsfrei.

Wie hoch darf der Fahrtkostenzuschuss sein? Für die Pauschalversteuerung mit 15 % höchstens so hoch wie die Entfernungspauschale: 2026 0,38 € pro Entfernungskilometer und Arbeitstag im Büro.

Darf ich Fahrtgeld in einen Tankgutschein umwandeln? Nicht, wenn das Fahrtgeld vertraglich zugesagt ist. Das wäre eine unzulässige Gehaltsumwandlung. Möglich ist ein Tankgutschein zusätzlich zum bisherigen Fahrtgeld oder als neue, zusätzliche Leistung.

Können Tankgutschein und Fahrtkostenzuschuss kombiniert werden? Ja. Der Tankgutschein läuft über die 50-€-Sachbezugsgrenze, der Fahrtkostenzuschuss über die 15-%-Pauschalierung. Beides ist im selben Monat möglich.

Mobilität flexibel fördern

Mit emplu bietet ihr Tankgutschein, Deutschlandticket und Dienstrad auf einer Plattform an. Eure Mitarbeitenden wählen, was zu ihrem Arbeitsweg passt.

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Quellen: § 8 Abs. 2 Satz 11 und Abs. 4 EStG, § 40 Abs. 2 Satz 2 EStG, § 3 Nr. 15 und Nr. 37 EStG, § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall.

von Leonard Gohlke

02. Februar 2026 | 5 min