Internetpauschale 2026: So gebt ihr bis zu 600 € netto im Jahr

Arbeitgeber können ihren Mitarbeitenden 2026 bis zu 50 € im Monat für private Internetkosten zahlen. Der Zuschuss wird mit 25 % pauschal versteuert, die Steuer trägt der Arbeitgeber, und er ist sozialversicherungsfrei (§ 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 EStG). Bei den Mitarbeitenden kommen die vollen 50 € an, im Jahr 600 €. Bis 50 € reicht eine einmalige schriftliche Erklärung der Kosten.

Das Homeoffice hat unser Arbeiten verändert und eine Nebenwirkung mitgebracht: Millionen Beschäftigte zahlen ihre beruflich genutzten Internetkosten aus eigener Tasche. Dabei gibt es seit Jahren eine einfache Lösung, die Internetpauschale. In Zeiten hoher Lebenshaltungskosten ist sie einer der effizientesten Wege, das Netto eurer Mitarbeitenden zu erhöhen.

Was umfasst die Internetpauschale?

Die Internetpauschale, oft auch Internetzuschuss genannt, ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers für die privaten Internetkosten der Mitarbeitenden. Bezuschussen könnt ihr:

  • Laufende Kosten: monatliche Grundgebühren für DSL, Kabel oder Glasfaser sowie mobile Datentarife.
  • Einmalige Kosten: Anschluss- und Bereitstellungsgebühren, Kosten für die Installation.
  • Hardware: Router, Modem und die nötige Verkabelung.

Welche Werte gelten 2026?

Internetpauschale 2026 auf einen Blick

PunktRegel 2026
Höchstbetrag ohne Einzelnachweis50 € pro Monat
Steuer25 % pauschal + Soli, ggf. Kirchensteuer, trägt der Arbeitgeber
Sozialversicherungfrei
Netto bei den Mitarbeitendenvoller Betrag, bis 600 € im Jahr
Voraussetzungzusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn, keine Gehaltsumwandlung
Nachweis bis 50 €einmalige schriftliche Erklärung der Mitarbeitenden
Nachweis über 50 €Belege für einen repräsentativen Zeitraum von 3 Monaten
Begünstigte KostenGrundgebühr, laufende Kosten, Anschluss, Router, mobile Daten
Obergrenzenie mehr als die tatsächlichen Kosten
Rechtsgrundlage§ 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 EStG, R 40.2 Abs. 5 LStR
Stand: Oktober 2026emplu

Wie wird die Internetpauschale versteuert?

Die Grundlage ist § 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 EStG. Ihr als Arbeitgeber versteuert den Zuschuss pauschal mit 25 %, dazu kommen Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Der entscheidende Vorteil: Für den pauschal versteuerten Zuschuss fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an. Mitarbeitende bekommen den vollen Betrag, ihr tragt nur die Pauschalsteuer. Das ist deutlich günstiger als eine Gehaltserhöhung, bei der rund die Hälfte in Steuern und Sozialabgaben fließt. Den Vergleich zeigt Gehaltserhöhung oder Benefits.

Ist die Internetpauschale steuerfrei?

Für die Mitarbeitenden ja, rechtlich nicht ganz. Die Internetpauschale ist kein steuerfreier, sondern ein pauschal versteuerter Zuschuss: Ihr als Arbeitgeber zahlt 25 % Lohnsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Für die Mitarbeitenden bleibt der Zuschuss frei von Steuern und Sozialabgaben, sie bekommen den vollen Betrag. Deshalb wird er oft „steuerfreier Internetzuschuss“ genannt.

Wie rechnet ihr die Internetpauschale ab?

Abrechnung: 50 € Internetpauschale oder Gehaltserhöhung?

Pro MonatInternetpauschale 50 €Gehaltserhöhung für 50 € netto
Netto bei den Mitarbeitenden50,00 €50,00 €
Brutto–rund 85–100 €
Pauschale Lohnsteuer 25 %12,50 €–
Solidaritätszuschlag 5,5 %0,69 €–
Pauschale Kirchensteuer (je nach Bundesland)rund 0,60–0,90 €–
Arbeitgeberanteil Sozialversicherung0 €rund 18–21 €
Kosten für den Arbeitgeber pro Monatrund 64 €rund 100–120 €
Kosten für den Arbeitgeber pro Jahrrund 765 €rund 1.200–1.450 €
Vereinfacht · Stand: Oktober 2026emplu

In der Lohnabrechnung erfasst ihr den Zuschuss als pauschal versteuerten Bezug (Lohnsteuer 25 %, keine Sozialversicherung). Er erscheint nicht als steuerpflichtiges Brutto der Mitarbeitenden. Wie andere Benefits in der Abrechnung behandelt werden, steht in Steuerfreie Benefits 2026 in der Lohnabrechnung.

Welche Voraussetzungen gelten?

Damit der Zuschuss bei einer Prüfung anerkannt wird, müssen vier Bedingungen erfüllt sein:

  • Zusätzlichkeit: Der Zuschuss muss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gezahlt werden. Eine Entgeltumwandlung, also ein Tausch von Bruttogehalt gegen den Zuschuss, ist nicht erlaubt.
  • Tatsächliche Kosten: Der Zuschuss darf die Kosten, die bei den Mitarbeitenden wirklich anfallen, nicht übersteigen. Was darüber liegt, ist steuerpflichtig.
  • Kosten bei den Mitarbeitenden: Die Kosten müssen bei den Mitarbeitenden anfallen, in der Regel über einen eigenen Vertrag.
  • Dokumentation: Bis 50 € im Monat genügt eine schriftliche Erklärung der Mitarbeitenden über die Höhe ihrer Kosten. Für höhere Beträge braucht ihr Nachweise für einen repräsentativen Zeitraum von drei Monaten.

Welchen Nachweis braucht ihr? Ein Muster

Bis 50 € im Monat reicht eine einmalige schriftliche Erklärung der Mitarbeitenden über ihre Internetkosten. Sie gehört ins Lohnkonto. So kann sie aussehen:

Erklärung zur Internetpauschale Ich, [Vorname Nachname], bestätige, dass mir für meinen privaten Internetzugang monatliche Kosten von [Betrag] € entstehen (Anbieter: [Anbieter], Vertrag auf meinen Namen bzw. in meinem Haushalt). Ich nutze den Internetzugang auch für berufliche Zwecke. Ich informiere meinen Arbeitgeber, sobald meine monatlichen Kosten unter den gezahlten Zuschuss sinken. [Ort, Datum, Unterschrift]

Zahlt ihr mehr als 50 €, müssen die Mitarbeitenden ihre Kosten für einen repräsentativen Zeitraum von drei Monaten belegen, etwa mit Rechnungen. Lasst die Erklärung am besten einmal im Jahr bestätigen.

Mit emplu unterschreiben Mitarbeitende die Erklärung digital in der App. Die Plattform achtet auf die Höchstgrenze und gibt die Daten für die Lohnabrechnung weiter. Mehr zum Internetzuschuss mit emplu.

Lässt sich die Internetpauschale mit Telefonkosten kombinieren?

Ja. Gerade für Teams im Homeoffice lohnt sich das. Zusätzlich zur Internetpauschale könnt ihr berufliche Telefonkosten über private Anschlüsse gemäß R 3.50 Abs. 2 LStR als steuerfreien Auslagenersatz erstatten (§ 3 Nr. 50 EStG). Ohne Einzelnachweis sind bis zu 20 % des Rechnungsbetrags möglich, höchstens 20 € im Monat. Dieselben Kosten dürfen aber nicht doppelt erstattet werden, etwa bei einem Kombivertrag aus Internet und Telefon.

Drei Leistungen werden dabei oft verwechselt:

Internetpauschale, Telefon, Homeoffice-Pauschale: der Unterschied

InternetpauschaleTelefonkosten-ErstattungHomeoffice-Pauschale
Wer zahlt?ArbeitgeberArbeitgeberniemand, Abzug in der Steuererklärung
Höhebis 50 € im Monat ohne Nachweis20 % der Rechnung, höchstens 20 € im Monat6 € pro Tag, höchstens 1.260 € im Jahr
Steuerliche Behandlung25 % pauschal, SV-freisteuerfreier AuslagenersatzWerbungskosten der Mitarbeitenden
Rechtsgrundlage§ 40 Abs. 2 S. 1 Nr. 5 EStG§ 3 Nr. 50 EStG, R 3.50 Abs. 2 LStR§ 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 6c EStG
Kombinierbar?ja, aber nicht für dieselben Kostenja, aber nicht für dieselben Kostenja, unabhängig vom Arbeitgeber
Stand: Oktober 2026emplu

Smartphone, Laptop oder Tablet könnt ihr euren Mitarbeitenden außerdem zur privaten Nutzung überlassen. Das ist komplett steuer- und sozialversicherungsfrei (§ 3 Nr. 45 EStG), mehr dazu beim Hardware-Leasing.

Welche Fehler solltet ihr vermeiden?

Die Internetpauschale ist einfach, trotzdem führen drei Fehler bei Prüfungen immer wieder zu Nachzahlungen:

  • Lückenhafte Dokumentation: Die Erklärungen der Mitarbeitenden gehören ins Lohnkonto und sollten jährlich bestätigt werden.
  • Unklare Vereinbarung: Die Zusätzlichkeit muss im Arbeitsvertrag oder in einer Zusatzvereinbarung festgehalten sein.
  • Fehlende Überprüfung: Sinken die Preise beim Anbieter, kann der Zuschuss plötzlich über den tatsächlichen Kosten liegen. Fragt deshalb regelmäßig nach.

Mehr zu Prüfungen und Haftung bei Benefits in Benefits rechtssicher gestalten.

Wie lässt sich die Internetpauschale digital verwalten?

Die Verwaltung lässt sich heute fast vollständig automatisieren. Über das emplu-Dashboard unterzeichnen Mitarbeitende ihre Erklärung digital, die Plattform überwacht die 50-€-Grenze, und die Daten gehen direkt in die Lohnabrechnung, etwa nach DATEV. Der Aufwand für HR sinkt auf ein Minimum.

Fazit: Ein zeitgemäßer Benefit mit großer Wirkung

Die Internetpauschale ist mehr als eine steuerliche Gestaltung. In einer Arbeitswelt, in der mobiles Arbeiten Standard ist, zeigt sie Wertschätzung und erhöht das Netto eurer Mitarbeitenden spürbar, bis zu 600 € im Jahr. Sie gehört in jedes moderne Benefit-Paket und beweist, dass gute Vergütung und wenig Aufwand zusammenpassen. Weitere Benefits, die sich kombinieren lassen, findet ihr im Leitfaden Mitarbeiterbenefits.

Häufige Fragen zur Internetpauschale

Ist die Internetpauschale steuerfrei? Für die Mitarbeitenden ja: Sie zahlen weder Steuern noch Sozialabgaben. Rechtlich wird der Zuschuss vom Arbeitgeber mit 25 % pauschal versteuert und ist sozialversicherungsfrei.

Wie hoch darf der Internetzuschuss sein? Ohne Einzelnachweis bis 50 € im Monat. Höhere Beträge sind möglich, wenn die Mitarbeitenden ihre tatsächlichen Kosten für drei Monate belegen. Der Zuschuss darf die tatsächlichen Kosten nie übersteigen.

Welche Nachweise braucht der Arbeitgeber? Bis 50 € im Monat eine einmalige schriftliche Erklärung der Mitarbeitenden über die Höhe ihrer Internetkosten. Darüber hinaus Belege für einen repräsentativen Zeitraum von drei Monaten. Beides gehört ins Lohnkonto.

Wie rechne ich die Internetpauschale ab? Als pauschal versteuerten Bezug: Der Arbeitgeber zahlt 25 % Lohnsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Sozialversicherungsbeiträge fallen nicht an, die Mitarbeitenden bekommen den vollen Betrag.

Kann die Internetpauschale per Gehaltsumwandlung gezahlt werden? Nein. Die Pauschalversteuerung ist nur möglich, wenn der Zuschuss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gezahlt wird.

Was ist der Unterschied zwischen Internetpauschale und Homeoffice-Pauschale? Die Internetpauschale zahlt der Arbeitgeber als Zuschuss. Die Homeoffice-Pauschale von 6 € pro Tag, höchstens 1.260 € im Jahr, setzen Mitarbeitende selbst in ihrer Steuererklärung als Werbungskosten an. Beides kann nebeneinander bestehen.

Bekommen auch Minijobber die Internetpauschale? Ja. Der pauschal versteuerte Zuschuss zählt nicht zum Verdienst und gefährdet den Minijob nicht. Details in Benefits für Minijobber.

[SNIPPET I5: Aufruf zum Handeln]

Quellen: § 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 EStG, R 40.2 LStR, R 3.50 LStR, Bundesministerium der Finanzen (Lohnsteuer-Handbuch)

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.

von Leonard Gohlke

12. Oktober 2025 | 11 min