Mitarbeiterbindung in Engpassberufen: Warum Benefits zum entscheidenden Faktor werden

Was früher ein Obstkorb war, ist heute ein strategisches Werkzeug im Kampf um Fachkräfte. Benefits entwickeln sich vom Nice-to-have zum Muss.Das zeigt auch eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung (“Was Unternehmen heute versprechen – Mit Benefits gegen den Fachkräftemangel”). Besonders auffällig: Die durchschnittliche Zahl an Benefits pro Stellenanzeige hat sich seit 2019 mehr als verdoppelt – von 3,6 auf 9,5. Das heißt: Arbeitgeber setzen heute viel gezielter auf Zusatzleistungen – vor allem, wenn es darum geht, sich im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeitende abzuheben. Und das ist auch dringend nötig. Denn gerade Unternehmen mit kleinem wirtschaftlichem Spielraum – etwa in der Hotellerie, Gastronomie, im Handel oder Handwerk – spüren den Druck besonders. Hier fehlt es oft an Ressourcen, um mit klassischen Mitteln wie hohen Gehältern zu punkten. Umso wichtiger ist es, die richtigen Benefits effizient und zielgerichtet einzusetzen.

Benefits als Wettbewerbsvorteil: Erkenntnisse aus der aktuellen Bertelsmann-Studie

Die Erwartungshaltung auf dem Arbeitsmarkt hat sich fundamental verschoben. Benefits sind kein nettes „Extra“ mehr, sondern ein zentraler Pfeiler der Vergütungsstrategie. Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung verdeutlicht die Diskrepanz zwischen dem Wunsch der Beschäftigten und der Umsetzung in den Unternehmen – und zeigt gleichzeitig die enormen Chancen für Arbeitgeber auf.

1. Die Diskrepanz: Hohe Relevanz, mangelhafte Nutzung

Die Zahlen der Studie sprechen eine eindeutige Sprache:

  • 69 % der Beschäftigten messen Benefits eine hohe Bedeutung bei.
  • 49 % betrachten Zusatzleistungen als echte Alternative zur Gehaltserhöhung.
  • Fast die Hälfte der Befragten würde für passende, individuelle Benefits sogar auf Bruttogehalt verzichten.

Das Problem: Nur 48 % der Mitarbeitenden nutzen die vorhandenen Angebote regelmäßig. Der Grund liegt meist nicht in der Qualität der Benefits, sondern in starren „One-size-fits-all“-Konzepten, komplexer Verwaltung oder mangelnder Kommunikation. Werden Benefits nicht an die Lebensrealität der Belegschaft angepasst, verpufft das Investment wirkungslos.

2. Fachkräftemangel: Benefits in „Engpassberufen“

Besonders in Branchen mit akutem Personalmangel (Gastronomie, Pflege, Logistik, Handwerk) sind Zusatzleistungen zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal geworden.

  • Produktivitätskiller: Drei von vier Unternehmen leiden unter Rückgängen durch Personalmangel.
  • Wettbewerbsfaktor: In Engpassberufen liegt die Zahl der ausgeschriebenen Benefits deutlich über dem Marktdurchschnitt.
  • Tarif-Bonus: Fachkraftstellen mit Tarifbindung bieten im Schnitt 3,5 zusätzliche Leistungen, bei Helferstellen sind es sogar fast 5.

Gerade dort, wo Gehaltsspielräume begrenzt sind, bieten gezielte Benefits die Möglichkeit, sich im Kampf um Talente durchzusetzen.

3. Der 160-%-Anstieg: Quantität allein reicht nicht mehr

Innerhalb von nur fünf Jahren ist das Angebot massiv gewachsen:

  • 2019: Ø 3,6 Benefits pro Stellenanzeige.
  • 2024: Ø 9,5 Benefits pro Stellenanzeige.

Auffällig ist das Gefälle nach Tätigkeitsniveau: Während Experten oft elf oder mehr Benefits (Fokus auf Weiterbildung und Gesundheit) erhalten, liegt der Schnitt bei Helferstellen bei acht. Für operative Zielgruppen (z. B. im Lager oder Hotel) zählen vor allem finanzielle Anreize, Arbeitsplatzsicherheit und unkomplizierte Extra-Leistungen, die im Alltag sofort spürbar sind.

4. Die Lösung: Modularität und steuerliche Optimierung mit emplu

Um die Lücke zwischen Angebot und tatsächlicher Nutzung zu schließen, müssen Benefits personalisiert, digitalisiert und steuerlich optimiert werden. Hier bietet emplu die passende technologische Infrastruktur:

  • Kosteneffizienz durch „Pay-as-you-use“: Sie zahlen nur für Leistungen, die Ihre Mitarbeitenden tatsächlich abrufen.
  • Steuervorteile nutzen: Integration von 50 € Sachbezug, Essenszuschüssen oder dem Deutschlandticket ohne bürokratischen Mehraufwand.
  • Flexibilität: Mitarbeitende wählen monatlich neu, was zu ihrer aktuellen Lebenssituation passt.
  • Skalierbarkeit: emplu funktioniert dezentral (ideal für Filialbetriebe) und benötigt keine eigene große HR-Abteilung.

Fazit: Vom Versprechen zur Wirkung

Die Bertelsmann-Studie zeigt: Unternehmen versprechen heute mehr denn je. Doch der Erfolg einer Benefit-Strategie entscheidet sich an der Relevanz und der Einfachheit der Nutzung.

Benefits sind ein strategisches Werkzeug zur Positionierung. Mit einer modularen Plattform gelingt der Spagat zwischen attraktiven Mitarbeiterangeboten und effizienter, kostentransparenter Verwaltung.

Hier geht’s zur Studie:
https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/was-unternehmen-heute-versprechen  

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