
Die Mobilitätswende ist in den Personalabteilungen angekommen. Der Dienstwagen verliert an Bedeutung, Bus und Bahn gewinnen. Für Arbeitgeber ist der ÖPNV-Zuschuss einer der einfachsten Benefits überhaupt, vorausgesetzt, die steuerlichen Regeln stimmen. Hier steht, welche Wege es gibt, was jeweils gilt und wie ihr den Zuschuss sauber abrechnet.
Unter ÖPNV-Zuschüssen versteht man alle Leistungen des Arbeitgebers, die Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln vergünstigen oder ganz bezahlen:
Wie ihr den Zuschuss mit emplu anbietet, steht auf der Seite zum ÖPNV-Zuschuss.
Im Nahverkehr ist die Steuerfreiheit großzügig: Sie gilt auch für private Fahrten, also etwa für den Wochenendausflug mit dem Deutschlandticket. Im Fernverkehr sind nur Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz begünstigt.
Es gibt vier Wege. Welcher passt, hängt vor allem davon ab, ob ihr den Zuschuss zusätzlich zahlt oder ob Mitarbeitende Gehalt dafür umwandeln.
Die beste Option ist die vollständige Steuer- und Beitragsfreiheit. Dafür muss der Zuschuss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gezahlt werden. Ein Tausch von Bruttogehalt gegen ein Ticket ist hier nicht erlaubt. Ihr spart die Lohnnebenkosten vollständig, und bei Mitarbeitenden kommt jeder Euro an.
Wenn der Zuschuss nicht zusätzlich gezahlt werden kann, etwa weil Mitarbeitende einen Teil ihres Gehalts umwandeln möchten, gibt es eine gute Alternative: Ihr versteuert ihn pauschal mit 25 % (§ 40 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 EStG).
Für Zuschüsse zu Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit gibt es außerdem eine Pauschalierung mit 15 %, begrenzt auf die Höhe der Entfernungspauschale. Sie wird vor allem bei Fahrtkostenzuschüssen fürs Auto genutzt und mindert die Entfernungspauschale. Für Bus und Bahn sind die steuerfreie Variante oder die 25-%-Pauschalierung meist die bessere Wahl.
Für dasselbe Netto zahlt ihr bei einer Gehaltserhöhung mehr als das Doppelte. Den ausführlichen Vergleich zeigt Gehaltserhöhung oder Benefits.
Ein Punkt, den ihr euren Mitarbeitenden erklären solltet: Steuerfreie Zuschüsse werden in ihrer Steuererklärung auf die Entfernungspauschale angerechnet. Das verhindert eine doppelte Begünstigung.
Beispiel: Erhält eine Mitarbeiterin das Deutschlandticket steuerfrei, sinken ihre absetzbaren Fahrtkosten um 756 € im Jahr. Bei kurzen Wegen spielt das kaum eine Rolle, weil die Entfernungspauschale dann ohnehin niedrig ist. Bei langen Pendelstrecken kann die 25-%-Pauschalierung für Mitarbeitende günstiger sein, weil dann nichts angerechnet wird.
Kommuniziert das offen, dann gibt es bei der Steuererklärung keine Überraschungen.
Die häufigsten Fehler bei einer Prüfung:
Wie alle steuerfreien Benefits zusammen in der Abrechnung behandelt werden, steht in steuerfreie Benefits in der Lohnabrechnung.
Ja. Der ÖPNV-Zuschuss nach § 3 Nr. 15 ist unabhängig von der 50-€-Sachbezugsgrenze. Ein Deutschlandticket und 50 € Sachbezug, etwa ein Tankgutschein, sind im selben Monat beide steuerfrei. Auch ein Dienstrad oder die Internetpauschale lassen sich zusätzlich anbieten.
Ein steuerfreier ÖPNV-Zuschuss zählt nicht zum Verdienst und gefährdet den Minijob nicht. Die Verdienstgrenze liegt 2026 bei 603 € im Monat, 2027 bei 633 €. Gerade für Minijobber ist der Zuschuss deshalb ein attraktiver Benefit: Er bringt mehr Netto, ohne die Grenze zu berühren. Mehr in Benefits für Minijobber und Teilzeitkräfte.
Das Deutschlandticket hat die Verwaltung stark vereinfacht. Ein bundesweit einheitlicher Preis von 63 € bedeutet: keine Tarifzonen, keine unterschiedlichen Beträge, ein Beleg pro Monat.
ÖPNV-Zuschüsse gehören 2026 zu den einfachsten und wirkungsvollsten Benefits: steuerfrei, unabhängig vom Sachbezug, auch für Minijobber geeignet. Wer die Unterschiede zwischen steuerfreiem Zuschuss und 25-%-Pauschalierung kennt, die Entfernungspauschale offen kommuniziert und die Belege sauber ablegt, macht bei keiner Prüfung einen Fehler.
Ist der ÖPNV-Zuschuss steuerfrei? Ja, wenn er zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn gezahlt wird (§ 3 Nr. 15 EStG). Dann ist er steuer- und sozialversicherungsfrei, in voller Höhe der Ticketkosten.
Kann das Deutschlandticket per Entgeltumwandlung finanziert werden? Ja, aber nicht steuerfrei. Bei Entgeltumwandlung kann der Arbeitgeber den Zuschuss pauschal mit 25 % versteuern. Er bleibt dann sozialversicherungsfrei, und die Entfernungspauschale wird nicht gekürzt.
Wird der ÖPNV-Zuschuss auf die Entfernungspauschale angerechnet? Der steuerfreie Zuschuss ja, er mindert die abziehbare Entfernungspauschale. Bei einer Pauschalversteuerung mit 25 % wird dagegen nichts angerechnet.
Muss der ÖPNV-Zuschuss in der Lohnsteuerbescheinigung stehen? Ja. Steuerfreie Zuschüsse nach § 3 Nr. 15 EStG werden in Zeile 17 der Lohnsteuerbescheinigung eingetragen.
Ist ein Fahrtkostenzuschuss für Minijobber steuerfrei? Ein ÖPNV-Zuschuss nach § 3 Nr. 15 ist auch für Minijobber steuerfrei und zählt nicht zum Verdienst. Die Minijob-Grenze von 603 € im Monat (2026) wird dadurch nicht berührt.
Wie viel kostet das Deutschlandticket 2026? Seit dem 1. Januar 2026 kostet das Deutschlandticket 63 € im Monat. Arbeitgeber können diesen Betrag steuerfrei übernehmen.
Welche Belege brauche ich für den ÖPNV-Zuschuss? Eine Kopie des Tickets oder einen Kaufnachweis für jeden bezuschussten Zeitraum. Die Belege gehören zum Lohnkonto. Plattformen wie emplu prüfen die Belege digital und legen sie automatisch ab.
Quellen: § 3 Nr. 15 EStG, § 40 Abs. 2 Satz 2 EStG, Bundesministerium der Finanzen, Bundesregierung zum Deutschlandticket
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.

von Leonard Gohlke
10. Oktober 2025 | 8 min
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