
Kurz gesagt: Arbeitgeber dürfen ihren Mitarbeitenden 2026 Sachbezüge bis 50 € pro Monat steuer- und sozialversicherungsfrei geben (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Die 50 € sind eine Freigrenze: Schon 1 Cent darüber macht den gesamten Betrag steuerpflichtig. Gutscheine zählen nur, wenn sie nicht in Bargeld getauscht werden können und in einem begrenzten Netz oder für eine begrenzte Warenauswahl gelten.
Ein Sachbezug ist eine Leistung des Arbeitgebers, die nicht in Geld besteht, zum Beispiel ein Gutschein, eine Tankkarte oder eine Fitness-Mitgliedschaft. Steuerrechtlich ist er Arbeitslohn. Bis zur Freigrenze von 50 € im Monat bleibt er aber steuer- und sozialversicherungsfrei.
Bis Ende 2021 lag die Grenze bei 44 €. Seit dem 1. Januar 2022 gelten 50 €, und das ist auch 2026 so.
„Geldwerter Vorteil“ ist der Oberbegriff für alle Vorteile, die Mitarbeitende vom Arbeitgeber zusätzlich bekommen und die grundsätzlich versteuert werden müssen. Ein Sachbezug ist eine Form davon. Der Unterschied liegt in der Steuerfreiheit: Ein Gutschein, der die Regeln erfüllt, bleibt bis 50 € steuerfrei. Wird stattdessen Geld gezahlt, ein Beleg erstattet oder ein frei verwendbarer Gutschein ausgegeben, ist das Geldleistung, und die ist vom ersten Euro an steuerpflichtig (§ 8 Abs. 1 Satz 3 EStG). Wo die Grenze im Einzelfall verläuft, zeigt auch ein aktuelles Urteil, das wir in Sachbezug oder Barlohn erklären.
Seit 2022 gelten für Gutscheine die Kriterien des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (§ 2 Abs. 1 Nr. 10 ZAG, BMF-Schreiben vom 15.03.2022). Ein Gutschein ist danach ein steuerfreier Sachbezug, wenn er nur eingelöst werden kann
Außerdem darf er nie in Bargeld umgetauscht werden.
Ja, wenn er die Regeln erfüllt. Ein Tankgutschein oder eine Tankkarte ist ein steuerfreier Sachbezug, wenn sie nur bei einer bestimmten Tankstellenkette einlösbar ist, zum Beispiel nur bei Aral oder nur bei Shell, und der Betrag 50 € im Monat nicht überschreitet. Nicht steuerfrei ist es, wenn Mitarbeitende selbst tanken und der Arbeitgeber den Beleg erstattet. Das ist eine Geldleistung.
Ja. Gutscheine für eine Supermarkt- oder Drogeriekette wie REWE, Lidl, Kaufland, dm oder Rossmann gelten nur bei diesem Händler und erfüllen damit das Kriterium „begrenztes Netz“. Auf der emplu-Plattform sind Lebensmittel die mit Abstand beliebteste Kategorie: 41 % des genutzten Budgets fließen dorthin.
Ein Amazon-Gutschein kann auch bei Drittanbietern auf dem Marktplatz eingelöst werden. Damit ist das Netz nicht begrenzt, und der Gutschein gilt als Geldleistung. Das Gleiche gilt für Universal-Gutscheine und Prepaid-Kreditkarten, die überall akzeptiert werden.
Für den 50-€-Sachbezug gibt es zwei verbreitete Wege: digitale Gutscheine bei einzelnen Händlern oder eine Prepaid-Karte, die auf eine Region oder bestimmte Händler begrenzt ist.
Beides ist steuerlich zulässig, wenn die Regeln eingehalten werden. Für Teams an mehreren Standorten, mit Homeoffice oder mit Mitarbeitenden auf dem Land sind digitale Gutscheine meist flexibler, weil sie bundesweit und auch online gelten. Eine regionale Karte passt eher, wenn alle Mitarbeitenden am selben Ort arbeiten und vor allem im Laden einkaufen.
Weil keine Steuern und Sozialabgaben anfallen, weder für die Mitarbeitenden noch für euch.
Für dasselbe Netto zahlt ihr beim Sachbezug also etwa die Hälfte. Über ein Jahr sind das 600 € netto für die Mitarbeitenden, bei rund 600 € Kosten für euch statt rund 1.400 €. Die ausführliche Rechnung zeigen wir in Gehaltserhöhung vs. Benefits.
Ja. Der Sachbezug bis 50 € wird nicht auf die Minijob-Grenze von 603 € angerechnet, solange er zusätzlich zum Lohn gezahlt wird. Für Minijobber ist er dadurch besonders wertvoll. Alle Details stehen in Benefits für Minijobber.
Damit ihr euch um keine der Regeln kümmern müsst, übernimmt die emplu-Plattform drei Dinge automatisch:
Dazu kommt die Dokumentation für die Lohnabrechnung: Jede Ausgabe wird erfasst und monatlich vorkontiert exportiert. Eure Mitarbeitenden wählen jeden Monat aus über 150 Partnern, bundesweit und online. Mehr zum Sachbezug mit emplu.
Der Sachbezug lässt sich mit weiteren Benefits kombinieren, die eigene Grenzen haben, etwa dem Essenszuschuss oder dem ÖPNV-Zuschuss. Einen Überblick über alle Benefits gibt der Leitfaden Mitarbeiter Benefits.
Wie hoch ist der steuerfreie Sachbezug 2026? 50 € pro Monat und Mitarbeitendem. Die Grenze gilt seit 2022 unverändert und ist eine Freigrenze: Wird sie überschritten, ist der gesamte Betrag steuer- und sozialversicherungspflichtig.
Gilt noch die 44-Euro-Grenze? Nein. Die Grenze wurde zum 1. Januar 2022 von 44 € auf 50 € pro Monat angehoben.
Welche Gutscheine sind als Sachbezug erlaubt? Gutscheine, die nur bei einem bestimmten Händler oder einer Händlerkette oder nur für eine begrenzte Warenauswahl gelten und nicht in Geld getauscht werden können, zum Beispiel für Supermärkte, Drogerien oder eine bestimmte Tankstellenkette.
Ist ein Tankgutschein steuerfrei? Ja, bis 50 € im Monat, wenn er nur bei einer bestimmten Tankstellenkette eingelöst werden kann. Eine Erstattung von Tankbelegen ist dagegen steuerpflichtig.
Sind Amazon-Gutscheine ein steuerfreier Sachbezug? Nein. Amazon-Gutscheine können auch bei Drittanbietern auf dem Marktplatz eingelöst werden und gelten deshalb als Geldleistung.
Was ist der Unterschied zwischen Sachbezug und geldwertem Vorteil? Ein geldwerter Vorteil ist jeder zusätzliche Vorteil vom Arbeitgeber, der grundsätzlich steuerpflichtig ist. Ein Sachbezug ist eine Form davon, die bis 50 € im Monat steuerfrei bleibt, wenn er nicht in Geld besteht und die Gutschein-Regeln erfüllt.
Zählt die betriebliche Krankenversicherung zum Sachbezug? Wenn der Arbeitgeber eine bKV als Sachleistung finanziert, zählt der Beitrag zur 50-€-Grenze. Zusammen mit einem Gutschein darf er 50 € im Monat nicht überschreiten.
Kann man den Sachbezug ansparen? Nein. Die Freigrenze gilt jeden Monat neu. Nicht genutzte Beträge verfallen und können nicht übertragen werden.
Was ist besser: Gutschein oder Sachbezugskarte? Beides ist zulässig. Digitale Gutscheine gelten bundesweit und oft auch online, Sachbezugskarten meist nur in einer Region und im Laden. Für verteilte Teams und Homeoffice sind Gutscheine in der Regel flexibler.
Bekommen auch Minijobber den Sachbezug? Ja. Der Sachbezug bis 50 € zählt nicht zur Minijob-Grenze von 603 €, wenn er zusätzlich zum Lohn gezahlt wird.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder sozialversicherungsrechtliche Beratung im Einzelfall.

von Anika Brunner
12. Januar 2026 | 7 min
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