Sachbezug 2026: 50 € steuerfrei pro Monat – Regeln, erlaubte Gutscheine, Beispiele

Arbeitgeber dürfen ihren Mitarbeitenden 2026 Sachbezüge bis 50 € pro Monat steuer- und sozialversicherungsfrei geben (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Die 50 € sind eine Freigrenze: Schon 1 Cent darüber macht den gesamten Betrag steuerpflichtig. Gutscheine zählen nur, wenn sie nicht in Bargeld getauscht werden können und bei einem bestimmten Händler oder für eine begrenzte Warenauswahl gelten. Supermarkt-, Drogerie- oder Tankgutscheine sind damit möglich, Amazon-Gutscheine oder frei nutzbare Prepaid-Karten nicht.
Kurz gesagt: Arbeitgeber dürfen ihren Mitarbeitenden 2026 Sachbezüge bis 50 € pro Monat steuer- und sozialversicherungsfrei geben (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Die 50 € sind eine Freigrenze: Schon 1 Cent darüber macht den gesamten Betrag steuerpflichtig. Gutscheine zählen nur, wenn sie nicht in Bargeld getauscht werden können und in einem begrenzten Netz oder für eine begrenzte Warenauswahl gelten.

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Sachbezug 2026 auf einen Blick

PunktRegel 2026
Höchstbetrag50 € pro Monat und Mitarbeitendem
Art der GrenzeFreigrenze, kein Freibetrag: 50,01 € machen alles steuerpflichtig
Steuern und Sozialversicherungkeine, wenn die Grenze eingehalten wird
Voraussetzungzusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn, keine Gehaltsumwandlung
ErlaubtGutscheine und Karten für einen Händler oder eine begrenzte Warenauswahl (§ 2 Abs. 1 Nr. 10 ZAG)
Nicht erlaubtBargeld, Belegerstattung, Universal-Gutscheine, frei nutzbare Prepaid-Karten
Ansparennicht möglich, jeder Monat zählt einzeln
Zusammenrechnenalle Sachbezüge eines Monats zusammen, z. B. Gutschein + Fitness + bKV
Minijobmöglich, zählt nicht zur Minijob-Grenze von 603 €
Rechtsgrundlage§ 8 Abs. 1 Satz 3 und Abs. 2 Satz 11 EStG, BMF-Schreiben vom 15.03.2022
Stand: Oktober 2026emplu

Was ist ein Sachbezug?

Ein Sachbezug ist eine Leistung des Arbeitgebers, die nicht in Geld besteht, zum Beispiel ein Gutschein, eine Tankkarte oder eine Fitness-Mitgliedschaft. Steuerrechtlich ist er Arbeitslohn. Bis zur Freigrenze von 50 € im Monat bleibt er aber steuer- und sozialversicherungsfrei.

Bis Ende 2021 lag die Grenze bei 44 €. Seit dem 1. Januar 2022 gelten 50 €, und das ist auch 2026 so.

Sachbezug oder geldwerter Vorteil: Was ist der Unterschied?

„Geldwerter Vorteil“ ist der Oberbegriff für alle Vorteile, die Mitarbeitende vom Arbeitgeber zusätzlich bekommen und die grundsätzlich versteuert werden müssen. Ein Sachbezug ist eine Form davon. Der Unterschied liegt in der Steuerfreiheit: Ein Gutschein, der die Regeln erfüllt, bleibt bis 50 € steuerfrei. Wird stattdessen Geld gezahlt, ein Beleg erstattet oder ein frei verwendbarer Gutschein ausgegeben, ist das Geldleistung, und die ist vom ersten Euro an steuerpflichtig (§ 8 Abs. 1 Satz 3 EStG). Wo die Grenze im Einzelfall verläuft, zeigt auch ein aktuelles Urteil, das wir in Sachbezug oder Barlohn erklären.

Welche Gutscheine sind steuerfrei?

Seit 2022 gelten für Gutscheine die Kriterien des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (§ 2 Abs. 1 Nr. 10 ZAG, BMF-Schreiben vom 15.03.2022). Ein Gutschein ist danach ein steuerfreier Sachbezug, wenn er nur eingelöst werden kann

  • bei einem bestimmten Händler oder einer Händlerkette (begrenztes Netz), zum Beispiel nur bei REWE oder nur bei Aral, oder
  • für eine begrenzte Auswahl an Waren oder Dienstleistungen, zum Beispiel nur für Kraftstoff, Fitness oder Bücher.

Außerdem darf er nie in Bargeld umgetauscht werden.

Welche Gutscheine sind ein steuerfreier Sachbezug?

Gutschein / LeistungSteuerfreier Sachbezug?Warum
Supermarkt-Gutschein (z. B. REWE, Lidl, Kaufland)✓ erlaubtgilt nur bei dieser Händlerkette
Drogerie-Gutschein (z. B. dm, Rossmann)✓ erlaubtgilt nur bei dieser Händlerkette
Tankgutschein einer Kette (z. B. Aral, Shell)✓ erlaubtgilt nur bei dieser Tankstellenkette
Möbel- oder Buchhandel-Gutschein (z. B. IKEA, Thalia)✓ erlaubtgilt nur bei diesem Händler
Fitness-Mitgliedschaft über den Arbeitgeber✓ erlaubtSachleistung, zählt zur 50-€-Grenze
Regionale Sachbezugskarte✓ erlaubtwenn auf eine Region oder bestimmte Händler begrenzt
Amazon-Gutschein✗ nicht erlaubtauch bei Drittanbietern auf dem Marktplatz einlösbar
Universal-Gutschein / Prepaid-Kreditkarte✗ nicht erlaubtüberall einsetzbar, gilt als Geld
Erstattung von Tank- oder Einkaufsbelegen✗ nicht erlaubtist eine Geldleistung
Gutschein mit Barauszahlung des Restbetrags✗ nicht erlaubtkann in Geld getauscht werden
Stand: Oktober 2026emplu

Ist ein Tankgutschein steuerfrei?

Ja, wenn er die Regeln erfüllt. Ein Tankgutschein oder eine Tankkarte ist ein steuerfreier Sachbezug, wenn sie nur bei einer bestimmten Tankstellenkette einlösbar ist, zum Beispiel nur bei Aral oder nur bei Shell, und der Betrag 50 € im Monat nicht überschreitet. Nicht steuerfrei ist es, wenn Mitarbeitende selbst tanken und der Arbeitgeber den Beleg erstattet. Das ist eine Geldleistung.

Sind Supermarkt- und Drogerie-Gutscheine erlaubt?

Ja. Gutscheine für eine Supermarkt- oder Drogeriekette wie REWE, Lidl, Kaufland, dm oder Rossmann gelten nur bei diesem Händler und erfüllen damit das Kriterium „begrenztes Netz“. Auf der emplu-Plattform sind Lebensmittel die mit Abstand beliebteste Kategorie: 41 % des genutzten Budgets fließen dorthin.

Warum sind Amazon-Gutscheine nicht erlaubt?

Ein Amazon-Gutschein kann auch bei Drittanbietern auf dem Marktplatz eingelöst werden. Damit ist das Netz nicht begrenzt, und der Gutschein gilt als Geldleistung. Das Gleiche gilt für Universal-Gutscheine und Prepaid-Kreditkarten, die überall akzeptiert werden.

Gutschein oder Sachbezugskarte: Was ist besser?

Für den 50-€-Sachbezug gibt es zwei verbreitete Wege: digitale Gutscheine bei einzelnen Händlern oder eine Prepaid-Karte, die auf eine Region oder bestimmte Händler begrenzt ist.

Digitale Gutscheine oder Sachbezugskarte?

Digitale Gutscheine (z. B. emplu)Regionale Sachbezugskarte
Wo einlösbarbei den einzelnen Partnern, bundesweitmeist nur in einer Region oder bei freigeschalteten Händlern
Online-Einkaufja, bei Online-Partnernmeist nein, nur im Laden
AuswahlMitarbeitende wählen jeden Monat neuje nach Kartenmodell
Bezahlen an der Kasseper Gutscheincode in der Appmit der Karte
Einrichtungkeine Karten nötigKarten bestellen und verteilen
Gut geeignet fürmehrere Standorte, Homeoffice, ländliche Regionenein Standort, Einkauf vor Ort
Stand: Oktober 2026emplu

Beides ist steuerlich zulässig, wenn die Regeln eingehalten werden. Für Teams an mehreren Standorten, mit Homeoffice oder mit Mitarbeitenden auf dem Land sind digitale Gutscheine meist flexibler, weil sie bundesweit und auch online gelten. Eine regionale Karte passt eher, wenn alle Mitarbeitenden am selben Ort arbeiten und vor allem im Laden einkaufen.

Die 6 häufigsten Fehler beim Sachbezug

  1. Die Grenze um wenige Cent überschreiten. Die 50 € sind eine Freigrenze, kein Freibetrag. 50,01 € machen den ganzen Betrag steuerpflichtig.
  2. Mehrere Sachbezüge nicht zusammenrechnen. Alle Sachbezüge eines Monats zählen gemeinsam: Gutschein, Fitness-Mitgliedschaft und gegebenenfalls die betriebliche Krankenversicherung. Wer 50 € Gutschein plus eine bKV als Sachbezug gibt, liegt über der Grenze.
  3. Den Sachbezug über Gehaltsumwandlung finanzieren. Steuerfrei ist er nur, wenn er zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn gezahlt wird.
  4. Budget ansparen. Die Grenze gilt pro Monat. Nicht genutzte 50 € lassen sich nicht in den nächsten Monat übertragen.
  5. Belege erstatten. Wer Mitarbeitenden den Einkauf gegen Quittung erstattet, zahlt Geld, keinen Sachbezug.
  6. Fehlende Dokumentation. Bei einer Lohnsteuer-Außenprüfung müsst ihr nachweisen, wer wann welchen Gutschein bekommen hat. Mehr dazu in Rechtssicherheit von Benefits.

Warum ist ein Sachbezug günstiger als eine Gehaltserhöhung?

Weil keine Steuern und Sozialabgaben anfallen, weder für die Mitarbeitenden noch für euch.

50 € netto: Sachbezug oder Gehaltserhöhung?

50 € netto für MitarbeitendeSachbezugGehaltserhöhung
Brutto50 €rund 95–100 €
Steuern und Sozialabgaben der Mitarbeitenden0 €rund 45–50 €
Netto bei den Mitarbeitenden50 €rund 50 €
Arbeitgeberanteil Sozialversicherung0 €rund 20 €
Kosten für den Arbeitgeber pro Monat50 €rund 115–120 €
Kosten für den Arbeitgeber pro Jahr600 €rund 1.400 €
Faustregel Steuerklasse I · Stand: Oktober 2026emplu

Für dasselbe Netto zahlt ihr beim Sachbezug also etwa die Hälfte. Über ein Jahr sind das 600 € netto für die Mitarbeitenden, bei rund 600 € Kosten für euch statt rund 1.400 €. Die ausführliche Rechnung zeigen wir in Gehaltserhöhung vs. Benefits.

Gilt der Sachbezug auch für Minijobber?

Ja. Der Sachbezug bis 50 € wird nicht auf die Minijob-Grenze von 603 € angerechnet, solange er zusätzlich zum Lohn gezahlt wird. Für Minijobber ist er dadurch besonders wertvoll. Alle Details stehen in Benefits für Minijobber.

Wie emplu die Regeln für euch einhält

Damit ihr euch um keine der Regeln kümmern müsst, übernimmt die emplu-Plattform drei Dinge automatisch:

  1. Die 50-€-Grenze ist technisch abgesichert. Pro Mitarbeitendem und Monat lassen sich nur Gutscheine bis 50 € einlösen. Eine Überschreitung ist ausgeschlossen.
  2. Jeder Gutschein-Partner wird vorab geprüft. Ins Portfolio kommen nur Gutscheine, die ausschließlich beim jeweiligen Händler oder für eine begrenzte Produktpalette gelten. Marktplätze und Universal-Gutscheine sind ausgeschlossen.
  3. Händler mit breitem Sortiment werden getrennt. Wo ein Händler sehr verschiedene Produkte führt, gilt der Gutschein nur für die zulässige Produktpalette (§ 2 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b ZAG).

Dazu kommt die Dokumentation für die Lohnabrechnung: Jede Ausgabe wird erfasst und monatlich vorkontiert exportiert. Eure Mitarbeitenden wählen jeden Monat aus über 150 Partnern, bundesweit und online. Mehr zum Sachbezug mit emplu.

Der Sachbezug lässt sich mit weiteren Benefits kombinieren, die eigene Grenzen haben, etwa dem Essenszuschuss oder dem ÖPNV-Zuschuss. Einen Überblick über alle Benefits gibt der Leitfaden Mitarbeiter Benefits.

Häufige Fragen zum Sachbezug

Wie hoch ist der steuerfreie Sachbezug 2026? 50 € pro Monat und Mitarbeitendem. Die Grenze gilt seit 2022 unverändert und ist eine Freigrenze: Wird sie überschritten, ist der gesamte Betrag steuer- und sozialversicherungspflichtig.

Gilt noch die 44-Euro-Grenze? Nein. Die Grenze wurde zum 1. Januar 2022 von 44 € auf 50 € pro Monat angehoben.

Welche Gutscheine sind als Sachbezug erlaubt? Gutscheine, die nur bei einem bestimmten Händler oder einer Händlerkette oder nur für eine begrenzte Warenauswahl gelten und nicht in Geld getauscht werden können, zum Beispiel für Supermärkte, Drogerien oder eine bestimmte Tankstellenkette.

Ist ein Tankgutschein steuerfrei? Ja, bis 50 € im Monat, wenn er nur bei einer bestimmten Tankstellenkette eingelöst werden kann. Eine Erstattung von Tankbelegen ist dagegen steuerpflichtig.

Sind Amazon-Gutscheine ein steuerfreier Sachbezug? Nein. Amazon-Gutscheine können auch bei Drittanbietern auf dem Marktplatz eingelöst werden und gelten deshalb als Geldleistung.

Was ist der Unterschied zwischen Sachbezug und geldwertem Vorteil? Ein geldwerter Vorteil ist jeder zusätzliche Vorteil vom Arbeitgeber, der grundsätzlich steuerpflichtig ist. Ein Sachbezug ist eine Form davon, die bis 50 € im Monat steuerfrei bleibt, wenn er nicht in Geld besteht und die Gutschein-Regeln erfüllt.

Zählt die betriebliche Krankenversicherung zum Sachbezug? Wenn der Arbeitgeber eine bKV als Sachleistung finanziert, zählt der Beitrag zur 50-€-Grenze. Zusammen mit einem Gutschein darf er 50 € im Monat nicht überschreiten.

Kann man den Sachbezug ansparen? Nein. Die Freigrenze gilt jeden Monat neu. Nicht genutzte Beträge verfallen und können nicht übertragen werden.

Was ist besser: Gutschein oder Sachbezugskarte? Beides ist zulässig. Digitale Gutscheine gelten bundesweit und oft auch online, Sachbezugskarten meist nur in einer Region und im Laden. Für verteilte Teams und Homeoffice sind Gutscheine in der Regel flexibler.

Bekommen auch Minijobber den Sachbezug? Ja. Der Sachbezug bis 50 € zählt nicht zur Minijob-Grenze von 603 €, wenn er zusätzlich zum Lohn gezahlt wird.

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Sachbezug ohne Risiko

Mit emplu ist die 50-€-Grenze technisch abgesichert, jeder Gutschein-Partner geprüft und die Lohnabrechnung vorbereitet. Über 150 Partner, ab 1,90 € pro Mitarbeitendem.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder sozialversicherungsrechtliche Beratung im Einzelfall.

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von Anika Brunner

12. Januar 2026 | 7 min