
Es fühlt sich vielleicht noch früh an, um an Glühwein und Geschenke zu denken. Aber der Oktober ist schneller vorbei, als man „Jahresabschluss“ sagen kann. Wer im Dezember Wertschätzung zeigen will, sollte jetzt planen: welches Geschenk steuerlich sauber ist, und ob es nicht etwas gibt, das länger hält als bis Silvester.
Ja, wenn ihr den richtigen Weg wählt. Es gibt drei steuerfreie oder steuerbegünstigte Möglichkeiten, und zwei Wege, die teuer werden:
Nein. Das ist der häufigste Irrtum. Sachgeschenke bis 60 € sind nur dann eine steuerfreie Aufmerksamkeit, wenn sie zu einem persönlichen Anlass gegeben werden: Geburtstag, Hochzeit, Geburt eines Kindes. Weihnachten betrifft alle gleichzeitig und ist deshalb kein persönlicher Anlass. Mehr zu Geschenken zu persönlichen Anlässen in Mitarbeiter wertschätzen: 15 Ideen.
1. Als Sachbezug bis 50 €. Ein Gutschein oder Sachgeschenk bis 50 € im Dezember ist steuer- und beitragsfrei. Der Gutschein muss die gesetzlichen Kriterien erfüllen, also etwa für eine bestimmte Ladenkette oder Region gelten, und darf nicht in Geld getauscht werden können.
Achtung bei laufendem Sachbezug: Die 50 € gelten für alle Sachbezüge eines Monats zusammen. Bekommen eure Mitarbeitenden schon jeden Monat 50 € Sachbezug, ist die Grenze im Dezember ausgeschöpft. Ein zusätzlicher Weihnachtsgutschein macht dann den gesamten Betrag steuerpflichtig. Mehr in Sachbezug 2026: steuerfreie Gutscheine.
2. Bei der Weihnachtsfeier. Geschenke, die ihr bei der Feier überreicht, zählen zu den Kosten der Betriebsveranstaltung. Bis 110 € pro Person insgesamt, inklusive Essen, Getränken und Location, bleibt alles steuerfrei. Wie ihr das plant, steht in Wir-Gefühl stärken.
3. Pauschal versteuert. Für größere Geschenke übernehmt ihr als Arbeitgeber 30 % Pauschalsteuer (§ 37b EStG), dann bleibt das Geschenk für Mitarbeitende steuerfrei. Sozialversicherungsbeiträge fallen aber an.
Ein einmaliger Gutschein ist freundlich, aber schnell vergessen. Ein monatliches Benefit-Budget wird zwölfmal im Jahr als Wertschätzung erlebt und bringt bei gleichem Steuervorteil ein Vielfaches. Den ausführlichen Vergleich zeigt Gehaltserhöhung oder Benefits.
Psychologisch: Zum Jahreswechsel denken viele über ihre berufliche Situation nach. Ein neuer Benefit ab Januar ist ein sichtbares Zeichen für einen Neuanfang und stärkt die Bindung genau dann, wenn viele über einen Wechsel nachdenken.
Organisatorisch: Zum 1. Januar ändern sich ohnehin viele Werte, etwa Sachbezugswerte für Mahlzeiten und Grenzen in der Sozialversicherung. Ein Start zum Jahresbeginn passt sauber in die Personalkostenplanung und die Lohnabrechnung. Wie ihr das Budget für 2027 plant, steht in Budget 2027: smarte Benefits statt teurer Lohnkosten.
Als Botschaft: Eine Ankündigung bei der Weihnachtsfeier, „Ab Januar wählt ihr jeden Monat selbst, was euch guttut“, wirkt stärker als jedes Präsent.
Die Einrichtung einer Plattform dauert in der Regel nur wenige Wochen. Am meisten Zeit kosten Abstimmungen mit Geschäftsführung, Lohnabrechnung und Betriebsrat. Wer im Oktober oder November beginnt, ist zum Januar sicher startklar. Habt ihr noch Budget für 2026 übrig, lohnt ein Blick in Benefit-Budget 2026 nicht verschenken.
Ein Benefit-Budget ist mehr als ein Geschenk. Es sagt: „Wir wissen, dass ihr selbst am besten wisst, was in euer Leben passt.“ Ob Mobilität, Fitness, Kinderbetreuung oder Einkauf, jede Person wählt selbst. So wird aus einer einmaligen Geste eine Wertschätzung, die jeden Monat ankommt. Wie ein flexibles Budget aufgebaut ist, zeigt Flexible Benefits statt Einzellösungen.
Für das Weihnachtsgeschenk gilt: Sachbezug bis 50 €, Geschenk bei der Feier oder pauschal versteuert, aber kein Bargeld und keine 60-€-Regel. Noch besser ist ein Benefit-Budget, das ihr zu Weihnachten ankündigt und im Januar startet. Es ist das Geschenk, das nicht ausgepackt, sondern jeden Monat neu erlebt wird.
Wie viel darf ein Weihnachtsgeschenk an Mitarbeitende steuerfrei kosten? Bis 50 € als Sachbezug, wenn die monatliche Grenze im Dezember nicht schon durch andere Sachbezüge ausgeschöpft ist. Wird das Geschenk bei der Weihnachtsfeier überreicht, zählt es zu den 110 € pro Person für die Feier.
Gilt die 60-€-Grenze für Weihnachtsgeschenke? Nein. Die 60-€-Grenze für Aufmerksamkeiten gilt nur für persönliche Anlässe wie Geburtstag, Hochzeit oder Geburt. Weihnachten ist kein persönlicher Anlass.
Ist Weihnachtsgeld steuerpflichtig? Ja. Weihnachtsgeld und Geldgeschenke sind immer voll steuer- und sozialversicherungspflichtig. Bei 100 € brutto kommen meist nur 50 bis 60 € netto an.
Kann ich einen Weihnachtsgutschein zusätzlich zum monatlichen Sachbezug geben? Nur, wenn beide zusammen im Dezember 50 € nicht übersteigen. Sonst wird der gesamte Betrag steuer- und beitragspflichtig. Alternativ könnt ihr den Gutschein pauschal versteuern oder bei der Weihnachtsfeier überreichen.
Wie versteuere ich größere Weihnachtsgeschenke? Mit der Pauschalsteuer von 30 % nach § 37b EStG, die ihr als Arbeitgeber übernehmt. Für eigene Mitarbeitende fallen zusätzlich Sozialversicherungsbeiträge an.
Wann sollte man neue Benefits einführen? Am besten zum Jahresbeginn. Dann ändern sich ohnehin viele Werte, und der Start passt in die Budgetplanung. Plant dafür zwei bis drei Monate Vorlauf ein.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.

von Anika Brunner
02. Oktober 2025 | 7 min
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