Der Krankenstand bleibt auf hohem Niveau. Laut DAK-Gesundheitsreport lag er 2025 bei 5,4 %, wie im Vorjahr. Beschäftigte fehlten im Schnitt 19,5 Kalendertage. Das Statistische Bundesamt zählt nur Arbeitstage und kommt auf 14,6 Tage. Ein Teil des Anstiegs seit 2022 geht auf die elektronische Krankmeldung zurück, die Ausfälle vollständiger erfasst.
Auffällig: Psychische Erkrankungen sind 2025 um fast 7 % gestiegen und liegen jetzt auf Platz zwei. Sie führen außerdem zu besonders langen Ausfällen.
Die Lohnfortzahlung ist nur der sichtbare Teil. Dazu kommen Vertretungen, Überstunden, verschobene Projekte und im schlimmsten Fall Kündigungen von überlasteten Kolleginnen und Kollegen. Volkswirtschaftlich schätzt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) die Produktionsausfälle 2024 auf rund 134 Milliarden Euro.
Für euer Unternehmen könnt ihr die Lohnkosten so überschlagen: Fehltage × Arbeitgeberkosten pro Arbeitstag.
Rechnet mit euren eigenen Zahlen nach. Schon ein halber Prozentpunkt weniger finanziert in diesem Beispiel ein Gesundheitsbudget von über 20 € pro Person und Monat.
Die drei großen Gruppen sind Atemwegserkrankungen, psychische Erkrankungen und Muskel-Skelett-Erkrankungen. Je nach Lebensphase verschieben sich die Schwerpunkte:
Fehlzeiten sind aber nicht nur eine Frage der Gesundheit. Gerade kurze Ausfälle von ein bis drei Tagen hängen stark mit Arbeitsklima, Führung und Wertschätzung zusammen. Wer sich gesehen fühlt, fehlt seltener. Mehr dazu in Mitarbeiterbindung: Fluktuation senken.
Das Fitnessstudio im Keller, die Rückenschule am Dienstag, der Obstkorb: Solche Angebote erreichen oft nur die, die ohnehin gesund leben. Der Grund ist einfach. Ein einheitliches Programm passt nicht zu unterschiedlichen Bedürfnissen. Die 28-jährige Projektleiterin mit Stress braucht etwas anderes als der 55-jährige Techniker mit Rückenschmerzen.
Auch ein einmaliger Bonus hilft wenig. Er wird ausgegeben und vergessen, an den Ursachen ändert er nichts. Besser wirkt ein flexibles Budget, aus dem Mitarbeitende jeden Monat selbst wählen, was ihnen guttut.
Betriebliche Krankenversicherung (bKV): schnellere Facharzttermine, Vorsorge, Zahnersatz und Brillen. Sie wirkt direkt auf die Dauer von Ausfällen und ist bei Mitarbeitenden sehr beliebt. Alles zu Leistungen und Steuer auf der Seite zur betrieblichen Krankenversicherung.
Psychologische Beratung: Bei Stress und Erschöpfung zählt Zeit. Mit OpenUp bekommen Mitarbeitende schnell und anonym Zugang zu Psychologinnen und Psychologen, ohne monatelange Wartezeit. Mehr in Mental Health 2026.
Bewegung: Fitness-Mitgliedschaften wie Urban Sports Club oder ein Dienstrad setzen bei Muskel-Skelett- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen an. Wie ihr Bewegung im Team verankert, steht in Bewegung am Arbeitsplatz.
Coaching: hilft bei Überlastung und Führungsthemen, bevor daraus ein Ausfall wird. Mehr in Coaching für Mitarbeiter.
Wichtig bei der Steuer: Die 50-€-Freigrenze gilt für alle Sachbezüge eines Monats zusammen. bKV, Fitness und Gutscheine teilen sich also dieses Budget. Eine Plattform rechnet das automatisch zusammen. Welche Benefits es insgesamt gibt, zeigt der Leitfaden Mitarbeiterbenefits.
Studien sprechen dafür. Der iga.Report 28 der Initiative Gesundheit und Arbeit hat zahlreiche Untersuchungen ausgewertet und für betriebliche Gesundheitsförderung im Schnitt einen Rückfluss von 2,70 € pro investiertem Euro ermittelt, vor allem durch weniger Fehlzeiten. Wie hoch der Effekt bei euch ist, hängt davon ab, ob die Angebote genutzt werden. Deshalb ist die Wahlfreiheit so wichtig.
1. Bedarf ermitteln
2. Angebot auswählen
3. Kommunizieren und vorleben
Gesundheitsdaten einzelner Mitarbeitender gehen den Arbeitgeber nichts an. Wertet deshalb nur anonymisierte und zusammengefasste Zahlen aus und gebt euch mindestens zwölf Monate Zeit. Saisonale Effekte wie eine Grippewelle können einzelne Quartale stark verzerren.
Ein hoher Krankenstand kostet euch jedes Jahr einen sechsstelligen Betrag, schon bei 100 Mitarbeitenden. Ihr senkt ihn nicht mit einem einzelnen Programm, sondern mit flexiblen Benefits, die an den echten Ursachen ansetzen, und mit einer Kultur, in der Gesundheit ernst genommen wird. Viele dieser Benefits sind steuerfrei, ihr gebt also mehr weiter, als es euch kostet.
Wie hoch ist der Krankenstand in Deutschland 2025? Laut DAK-Gesundheitsreport lag der Krankenstand 2025 bei 5,4 %. Beschäftigte fehlten im Schnitt 19,5 Kalendertage. Das Statistische Bundesamt nennt 14,6 krankgemeldete Arbeitstage.
Was kostet ein Krankheitstag den Arbeitgeber? Allein an Lohnkosten so viel wie ein Arbeitstag der Person, bei 45.000 € Bruttojahresgehalt rund 250 €. Dazu kommen Kosten für Vertretung, Überstunden und Produktivitätsverlust.
Wie kann man den Krankenstand senken? Mit Angeboten, die an den häufigsten Ursachen ansetzen: betriebliche Krankenversicherung, psychologische Beratung, Präventionskurse, Bewegung und gesunde Ernährung. Ebenso wichtig sind gute Führung, Wertschätzung und eine Arbeitslast, die zu schaffen ist.
Welche Gesundheits-Benefits sind steuerfrei? Zertifizierte Präventionskurse bis 600 € im Jahr (§ 3 Nr. 34 EStG), ein zusätzlich gewährtes Dienstrad (§ 3 Nr. 37) und Notfall-Kinderbetreuung bis 600 € im Jahr. bKV und Fitness-Mitgliedschaften sind als Sachbezug in der 50-€-Freigrenze steuerfrei.
Ab wann gilt ein Krankenstand als hoch? Liegt er über dem Branchendurchschnitt oder steigt er über mehrere Quartale, solltet ihr handeln. Als Orientierung dient der bundesweite Wert von rund 5,4 %.
Wie schnell wirken Gesundheits-Benefits? Erste Effekte bei Zufriedenheit und kurzen Fehlzeiten zeigen sich oft nach einigen Monaten. Für eine belastbare Aussage zum Krankenstand solltet ihr mindestens zwölf Monate vergleichen.
Quellen: DAK-Gesundheitsreport, Pressemitteilung vom 20.01.2026 · Statistisches Bundesamt, Indikator Krankenstand · BAuA, Volkswirtschaftliche Kosten durch Arbeitsunfähigkeit 2024 · iga.Report 28, Initiative Gesundheit und Arbeit
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.

von Anika Brunner
13. Mai 2025 | 9 min
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