Der Markt für Mitarbeiter-Benefits ist in den letzten Jahren erheblich gewachsen und damit auch die Auswahl an Plattformen, Anbietern und Konzepten. Dieser Artikel gibt einen strukturierten Überblick über die verschiedenen Kategorien, erklärt die Unterschiede zwischen den relevantesten Plattformanbietern und hilft HR-Verantwortlichen dabei, die richtige Entscheidung für ihr Unternehmen zu treffen.
Die Benefit-Landschaft verstehen
Wer sich zum ersten Mal mit Mitarbeiter-Benefits beschäftigt, stößt schnell auf ein Problem: Der Begriff "Benefits" wird für sehr unterschiedliche Angebote verwendet. Rabattportale, Fitness-Netzwerke, Steueroptimierungstools und Leasingmodelle werden oft in einem Atemzug genannt, obwohl sie grundverschiedene Ziele verfolgen und unterschiedlich behandelt werden.
Es hilft, die Benefit-Welt in zwei Ebenen zu unterteilen. Auf der einen Seite stehen All-in-One Plattformen, die mehrere Benefit-Typen in einem System verwalten. Auf der anderen Seite gibt es Spezialanbieter, die einen einzigen Bereich besonders tief abdecken. Beide haben ihre Berechtigung. Die Frage ist, was ein Unternehmen braucht.
Steuerfreie Kernbenefits
§ 8 Abs. 2 / § 3 Nr. 15 / § 3 Nr. 33 EStG
Sachbezug bis 50 €/Monat, ÖPNV-Zuschuss, Kita-Zuschuss, Essenszuschuss, Internetpauschale bis 50 €/Monat
Mobilität und Leasing
Entgeltumwandlung / § 3 Nr. 15 EStG
Dienstrad-Leasing, Hardware-Leasing, Mobilitätsbudget, Auto-Abo per Entgeltumwandlung
Fitness und körperliche Gesundheit
Sachbezug / § 3 Nr. 34 EStG
Fitnessnetzwerke wie Urban Sports Club oder Wellhub, betriebliche Gesundheitsförderung
Psychische Gesundheit
§ 3 Nr. 34 EStG
Psychologische Beratung, Mental-Health-Apps wie OpenUp oder Nilo Health
Rabatte und Discounts
Steuerpflichtig als geldwerter Vorteil
Rabattportale wie Corporate Benefits, FutureBens, Benefits.me –
Wichtig für die Praxis: Rabattportale wie Corporate Benefits oder FutureBens sind weit verbreitet und kosten den Arbeitgeber meist nichts zusätzlich. Sie bieten Einkaufsvorteile und die Mitarbeitenden müssen den übrigen Betrag selbst zahlen. Steuerfreie Benefits wie der Sachbezug oder der ÖPNV-Zuschuss hingegen Zusatzleistungen die vom Arbeitgeber getragen werden. Der Betrag kommt dabei vollkommen Netto beim Mitarbeitenden an.
Was eine Benefit-Plattform leisten sollte
Sobald ein Unternehmen mehr als einen Benefit anbieten möchte, lohnt sich der Blick auf eine zentrale Plattform. Der Grund ist simpel: Wer Sachbezug, ÖPNV-Zuschuss und Essenszuschuss über drei verschiedene Anbieter verwaltet, hat drei Verträge, drei Abrechnungen und drei Ansprechpartner. Das kostet Zeit, Geld und Fehler passieren schneller als gedacht.
Eine gute Benefit-Plattform bündelt die Verwaltung aller Leistungen in einem zentralen Admin-Dashboard, stellt sicher dass alle Leistungen steuerrechtskonform abgerechnet werden, und bietet Mitarbeitenden eine App über die sie ihre Benefits selbst auswählen und einlösen können. Hinzu kommt die automatische Dokumentation, die die Lohnbuchhaltung entlastet.
Ein Mitarbeitender der z.B. den vollen Sachbezug von 50 € monatlich sowie einen ÖPNV-Zuschuss von 63 € monatlich erhält, spart je nach Steuerklasse zwischen 400 und 600 Euro pro Jahr. Der Arbeitgeber spart auf dieselben Beträge die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung. Steuerfreie Benefits sind damit eine der wenigen Maßnahmen mit echtem finanziellen Vorteil für beide Seiten gleichzeitig.
Anbieter im direkten Vergleich
Die folgenden fünf Anbieter zählen zu den relevantesten All-in-One Plattformen im deutschsprachigen Markt. Der Vergleich basiert auf öffentlich verfügbaren Preisinformationen und dem jeweiligen Leistungsumfang.
Kriterium
emplu
Salfy
Probonio
Belonio
Circula
LOFINO
Bewertung & Marktpräsenz
OMR-Bewertung
4,7 ★
4,7 ★
4,6 ★
k.A.
4,5 ★
4,8 ★
Am Markt seit
2022
2019
2022
2019
2014
2018
Angebot & Kosten
Benefit-Anzahl
15 Module
19 Module
13+ Module
11 Module
5 Module
9 Module
Tarife & Modelle
3 transparente Pakete
Modular + All-in-One
Modular + Pakete
3 Pakete
Modular
Auf Anfrage
Einstiegspreis
ab 1,90 €/MA/Monat
ab 0,90 €/MA/Monat
ab 1,20 €/MA/Monat
ab 1,70 €/MA/Monat + 149 € einmalig
ab 1,00 €/Lizenz/Monat
Auf Anfrage
Öffentliche Preise
✓
✓
✓
✓
◐ Teilweise
✗
Pay-as-you-use
✓
◐ Teilweise
✓
✗
✗
k.A.
Produkt & Umsetzung
KI-Automatisierung
✓
✓ OCR + eigenentwickelte KI
✗
✗
◐ Nur Spesen
✓ KI-Belegprüfung
Setup-Dauer
Wenige Stunden
Ca. 1 Stunde
Ca. 2 Wochen
Nach Beratung
k.A.
k.A.
Integration bestehender Benefits
✓
✓
✓
✓
◐ Fokus Spesen
k.A.
Mitarbeiter-App
✓
✓
✓
✓
✓
✓
Support
Support-Kanäle
E-Mail, Help Center Antwort innerhalb 60 Min.
Telefon, E-Mail, Chat
Telefon, E-Mail, WhatsApp
Telefon, persönlicher Ansprechpartner
k.A.
Team-Support
Disclaimer: Alle Angaben basieren auf öffentlich verfügbaren Informationen der jeweiligen Anbieter (Stand Juli 2026). Änderungen vorbehalten.
Anbieterprofile im Detail
emplu
Starter ab 1,90 € · Mix & Match ab 3,40 € · All-in-One ab 6,50 € pro Mitarbeitendem und Monat
Empfehlung
emplu ist eine Benefit-Plattform für Unternehmen von 10 bis über 1.000 Mitarbeitenden, die steuerfreie Zusatzleistungen vollständig aus einer Hand verwalten wollen. Die Plattform deckt die relevantesten steueroptimierten Leistungen ab: Sachbezug nach § 8 Abs. 2 EStG, ÖPNV-Zuschuss nach § 3 Nr. 15 EStG, Kita-Zuschuss nach § 3 Nr. 33 EStG, Essenszuschuss, Internetpauschale, Hardware-Leasing und Corporate Fitness.
Das Abrechnungsmodell ist konsequent nutzungsbasiert – nicht in Anspruch genommene Budgets werden nicht berechnet. Die Einrichtung ist kostenlos und dauert wenige Stunden. Seit 2022 am Markt, OMR-Bewertung 4,7 Sterne.
Merkmale
Pay-as-you-useKeine EinrichtungsgebührKI-AutomatisierungSetup in wenigen Stunden3 transparente Pakete
Salfy
ab 0,90 € · All-In für 7,90 € pro Mitarbeitendem und Monat
Salfy bietet mit 19 Benefit-Modulen das breiteste Portfolio im Marktvergleich und setzt ebenfalls wie emplu, auf eigenentwickelte KI für Belegprüfung und Mitarbeiter-Onboarding. Die Einrichtung erfolgt durch das Customer-Success-Team und ist laut Anbieter in rund einer Stunde abgeschlossen.
Merkmale
KI-Automatisierung19 ModuleKarten LösungSetup ca. 1 Stunde
Probonio
ab 1,20 € · All-In-One für 9,00 € pro Mitarbeitendem und Monat
Probonio bietet ein modulares System ohne Mindestvertragslaufzeit – wer maximale Flexibilität beim Vertrag sucht, findet hier einen Ansatz der das ermöglicht. Das Portfolio ist mit 13+ Modulen breit und umfasst auch Kita-Zuschuss, IT-Leasing und Dienstrad.
Zu beachten: Bei mehreren aktiven Benefit-Modulen addieren sich die Einzelpreise schnell. Wer vier oder mehr Module kombinieren möchte, zahlt modular gebucht deutlich mehr als bei einem All-in-One-Paket. Das Setup dauert laut Kundenreferenzen etwa zwei Wochen.
Merkmale
Kein MindestvertragPay-as-you-use13+ Module Baukasten Modell
Belonio
ab 2,40 € · pro für 4,90 € pro Mitarbeitendem und Monat
Belonio gehört zur Epassi-Gruppe und hat seinen Schwerpunkt auf Sachbezug und digitalem Essenszuschuss. Das Portfolio mit 11 Modulen ist solide und enthält auch Kita-Zuschuss (JobKidsCare) und ÖPNV-Zuschuss (JobWay). Die regionale Belonio Card ergänzt das digitale Gutscheinsystem.
Die einmalige Einrichtungsgebühr von 149 Euro sowie zusätzliche Setup-Kosten pro Mitarbeitendem unterscheiden Belonio von Anbietern ohne Onboarding-Kosten. KI-Automatisierung ist nicht dokumentiert.
ab 1,00 € · Auslagen für 15,00 € pro Mitarbeitendem und Monat
Circula ist primär als Spesenverwaltungs- und Firmenkarten-Plattform bekannt – mit DATEV als Kern-Integration und KI-gestützter Belegprüfung für Reisekosten. Benefits sind ein Zusatzmodul innerhalb eines breiteren Finance-Stacks und umfassen fünf Module.
Für Unternehmen die Spesen, Firmenkarten und Benefits in einem System bündeln möchten, ist Circula ein sinnvoller Ansatz. Als reine Benefit-Plattform ist das Angebot im Vergleich schmal.
LOFINO setzt auf KI-gestützte Belegprüfung und ist ISO 27001 zertifiziert – zwei Punkte die besonders für sicherheitsbewusste Unternehmen relevant sind. Das Portfolio mit 9 Modulen deckt die wichtigsten steuerfreien Benefits ab, Kita-Zuschuss wird nicht explizit ausgewiesen.
Wer Preistransparenz vor dem ersten Vertriebsgespräch erwartet, wird bei LOFINO nicht fündig. Konditionen, Setup-Dauer und Kundenzahlen sind nicht öffentlich kommuniziert.
Merkmale
KI-Automatisierung9 ModulePreise nicht öffentlich
Welche Plattform passt zu wem
Die Wahl der richtigen Plattform hängt von drei Faktoren ab: der gewünschten Modulbreite, dem Abrechnungsmodell und dem Anspruch an Einrichtungsgeschwindigkeit und Vertragsbedingungen.
Für Unternehmen die schnell starten und transparent abrechnen wollen
emplu ist für Unternehmen mit 10 bis 1.000+ Mitarbeitenden gebaut, die steuerfreie Benefits ohne Einrichtungsgebühr, ohne Fixkosten auf ungenutzte Budgets und ohne langwierige Implementierung einführen wollen. Drei klar differenzierte Pakete mit öffentlichen Preisen ermöglichen eine Entscheidung ohne vorheriges Vertriebsgespräch.
Für Unternehmen die das breiteste Portfolio suchen
Mit 19 Modulen und einer eigenentwickelten KI-Lösung bietet Salfy das umfangreichste Angebot im Vergleich. Wer zusätzlich eine physische Benefit-Karte möchte, findet hier eine der wenigen Optionen im Markt.
Für Unternehmen ohne Vertragsbindung
Wer keine Mindestlaufzeit eingehen möchte, schaut sich Probonio an. Das modulare Preismodell wird bei mehreren aktiv genutzten Benefits jedoch schnell teurer als ein pauschaliertes All-in-One-Paket.
Für Finance-Teams mit DATEV-Pflicht
Wer Spesenverwaltung, Firmenkarten und Benefits aus einem System heraus in DATEV überführen muss, findet in Circula den passenden Ansatz. Benefits stehen dort nicht im Mittelpunkt der Produktentwicklung.
Für einen einzelnen spezifischen Benefit
Wer ausschließlich Dienstrad-Leasing anbieten möchte, ist bei Eleasa, JobRad oder Bikeleasing besser aufgehoben. Für Fitness ist Urban Sports Club oder Wellhub die tiefere Lösung. Ergänzend dazu lohnt sich eine Plattform für die steuerfreien Kernbenefits, das spart Verwaltungsaufwand und nutzt das verfügbare Steuerpotenzial vollständig aus.
Welche Benefit-Plattform passt zu euch?
4 Fragen – konkrete Empfehlung
Frage 1 von 4
Wie viele Benefits wollt ihr anbieten?
Frage 2 von 4
Welchen Benefit braucht ihr?
Frage 3 von 4
Könnt ihr euch vorstellen, später weitere Benefits dazuzunehmen?
Frage 2 von 4
Wie viele Mitarbeitende hat euer Unternehmen?
Frage 3 von 4
Wie soll die Abrechnung funktionieren?
Frage 3 von 4
Was ist bei eurer Größe am wichtigsten?
Frage 4 von 4
Was wollt ihr auf keinen Fall?
Eure Empfehlung
emplu passt zu euch
emplu ist für Unternehmen gebaut, die steuerfreie Benefits vollständig aus einer Hand wollen – ohne Einrichtungsgebühr, ohne Fixkosten für nicht genutzte Budgets. Sachbezug, ÖPNV-Zuschuss, Kita-Zuschuss, Essenszuschuss und mehr in einem Dashboard, ab 1,90 € pro Mitarbeitendem und Monat.
Ihr wollt einfach starten ohne großen Overhead. Das emplu Starter-Paket deckt steuerfreie Gutscheine und Corporate Fitness ab – für 1,90 € pro Mitarbeitendem und Monat, ohne Einrichtungsgebühr. Wenn ihr später mehr wollt, wechselt ihr einfach das Paket.
Wenn keine Mindestlaufzeit das wichtigste Kriterium ist, bietet Probonio ein modulares Modell ohne Vertragsbindung. Zu beachten: Bei mehreren aktiven Modulen steigt der Preis schnell auf 5–9 € pro Mitarbeitendem – ein All-in-One-Paket wie bei emplu ist dann oft günstiger.
Kein MindestvertragModularAb 1,20 €/MA/Monat
Eure Empfehlung
Circula könnte passen
Wenn tiefe DATEV-Integration und die Kombination aus Spesenverwaltung und Benefits Pflicht ist, ist Circula eine Option. Für reine Benefit-Verwaltung mit breitem Portfolio sind spezialisierte Anbieter wie emplu oft die bessere Wahl.
DATEV-IntegrationSpesen und Benefits kombiniertAb 1 €/Lizenz/Monat
Eure Empfehlung
Ein Spezialist passt besser
Für diesen spezifischen Benefit gibt es Spezialanbieter die tiefer gehen als eine Plattform: JobRad für Dienstrad-Leasing, Urban Sports Club für Fitness, OpenUp für psychische Gesundheit. Wenn ihr zusätzlich steuerfreie Kernbenefits anbieten wollt, lohnt sich emplu ergänzend dazu.
JobRad – DienstradUrban Sports – FitnessOpenUp – Mental Health
Häufige Fragen
Kann ein Unternehmen Sachbezug und ÖPNV-Zuschuss gleichzeitig gewähren?
Ja. Beide Leistungen sind steuerrechtlich unabhängig voneinander und können parallel genutzt werden. Der Sachbezug nach § 8 Abs. 2 EStG und der ÖPNV-Zuschuss nach § 3 Nr. 15 EStG schließen sich gegenseitig nicht aus.
Was passiert wenn ein Mitarbeitender sein Budget nicht nutzt?
Das hängt vom Anbieter ab. Bei Pay-as-you-use-Modellen wie emplu wird nicht genutztes Budget nicht berechnet. Bei Flat-rate-Anbietern zahlt das Unternehmen unabhängig von der tatsächlichen Inanspruchnahme.
Wie lange dauert die Einführung einer Benefit-Plattform?
Bei modernen Plattformen dauert die technische Einrichtung wenige Tage. Der größte Zeitaufwand entsteht beim Onboarding der Mitarbeitenden und bei der Kommunikation des neuen Angebots, nicht bei der Software selbst.
Sind steuerfreie Benefits auch für Minijobber und Teilzeitkräfte möglich?
Ja. Steuerfreie Sachbezüge und Zuschüsse sind nicht an die Vollzeitbeschäftigung geknüpft. Auch Minijobber und Teilzeitkräfte können von Leistungen wie dem Sachbezug oder dem ÖPNV-Zuschuss profitieren.
Was ist der Unterschied zwischen einem Rabattportal und einer steuerfreien Benefit-Plattform?
Rabattportale wie Corporate Benefits oder FutureBens bieten Einkaufsvorteile bei Partnerunternehmen, diese sind jedoch in der Regel steuerpflichtig als geldwerter Vorteil. Steuerfreie Benefit-Plattformen nutzen gezielt die im Einkommensteuergesetz vorgesehenen Freistellungen und bringen dem Mitarbeitenden einen echten Nettovorteil ohne Sozialabgaben.
Muss der Betriebsrat bei der Einführung von Benefits einbezogen werden?
Das hängt von der Art der Benefits und der Unternehmensgröße ab. Freiwillige Leistungen ohne Mitbestimmungsrecht können oft direkt eingeführt werden. Bei systematischen Vergütungsänderungen oder der Einführung einer Plattform für alle Mitarbeitenden empfiehlt sich die frühzeitige Einbindung des Betriebsrats um spätere Abstimmungsprobleme zu vermeiden.