
Die bAV ist eine Zusatzrente, die ihr als Arbeitgeber für eure Mitarbeitenden organisiert. Sie ergänzt die gesetzliche Rente, deren Niveau durch den demografischen Wandel unter Druck steht: Immer weniger Beitragszahlende finanzieren immer mehr Rentnerinnen und Rentner. Die bAV schließt einen Teil dieser Lücke und wird vom Staat steuerlich gefördert.
Finanziert wird sie auf zwei Wegen, die sich kombinieren lassen:
Rechtsgrundlage ist das Betriebsrentengesetz (BetrAVG), die steuerliche Förderung regelt § 3 Nr. 63 EStG.
Seit 2025 gibt es eine bundesweit einheitliche Beitragsbemessungsgrenze, die Unterscheidung zwischen Ost und West entfällt. Die Werte ändern sich jedes Jahr und gehören in euren jährlichen Check zum Jahreswechsel.
Die wichtigste Pflicht wird oft übersehen: Ihr haftet für die Zusage. Auch wenn ein Versicherer die Rente auszahlt, steht ihr dafür ein, dass die zugesagte Leistung kommt (§ 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG). Wer Mitarbeitende falsch oder unvollständig informiert, kann zudem schadenersatzpflichtig werden. Deshalb gehören eine schriftliche Versorgungsordnung und eine dokumentierte Beratung zu jeder bAV. Mehr zu Prüfungen und Haftung bei Benefits in Benefits rechtssicher gestalten.
Wandeln Mitarbeitende Gehalt um, spart ihr Sozialversicherungsbeiträge. Einen Teil davon müsst ihr weitergeben: mindestens 15 % des umgewandelten Betrags, soweit ihr tatsächlich Beiträge spart (§ 1a Abs. 1a BetrAVG).
Viele Arbeitgeber zahlen bewusst mehr, etwa 20, 30 oder 50 %. Ein höherer Zuschuss steigert die Teilnahme deutlich und wirkt in der Kommunikation stärker als jede Broschüre.
Für 100 € netto weniger fließen in diesem Beispiel 230 € in die Altersvorsorge. Im Alter sind die Auszahlungen steuerpflichtig, und auf die Betriebsrente fallen oberhalb eines Freibetrags Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an. Das gehört zu einer ehrlichen Beratung dazu.
Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist die Direktversicherung der einfachste Weg: Die Verwaltung liegt beim Versicherer, und der Insolvenzschutz über den PSVaG entfällt. Bei der Entgeltumwandlung dürft ihr den Durchführungsweg vorgeben, solange ihr mindestens einen anbietet.
Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz II will der Gesetzgeber die bAV vor allem in kleinen Unternehmen und bei Geringverdienenden verbreiten. Die Eckpunkte:
Prüft mit eurem Partner, welche Regeln für euch ab wann gelten.
Jede bAV muss in der Lohnabrechnung sauber abgebildet werden: Umwandlungsbetrag, Arbeitgeberzuschuss, die Grenzen für Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit und jede Änderung durch Elternzeit, Teilzeit oder Austritt. Klassisch läuft das über Papierformulare zwischen HR, Versicherer und Lohnbuchhaltung. Das ist fehleranfällig.
Besser ist eine digitale Lösung, bei der Änderungen der Sparrate direkt in den Export für die Lohnabrechnung fließen. Wie die Abrechnung aller steuerfreien Benefits zusammen funktioniert, zeigt steuerfreie Benefits in der Lohnabrechnung.
Die bAV hat ein Imageproblem: lange Vorträge, dicke Broschüren, unverständliche Hochrechnungen. Die Folge sind niedrige Abschlussquoten. Was hilft:
Gerade jüngere Mitarbeitende wissen um die Rentenlücke, schieben das Thema aber vor sich her. Mehr dazu in Benefits für die Generation Z.
Allgemeine Kriterien für Benefit-Anbieter findet ihr in Benefit-Plattform auswählen.
Die bAV wirkt langfristig, im Alltag spüren Mitarbeitende sie kaum. Deshalb lohnt die Kombination mit Benefits, die jeden Monat sichtbar sind, etwa Sachbezug, Essenszuschuss oder Deutschlandticket. Eine arbeitgeberfinanzierte bAV ist außerdem eine steuerlich günstige Alternative zur Gehaltserhöhung. Den Vergleich zeigt Gehaltserhöhung oder Benefits, einen Überblick über alle Benefits der Leitfaden Mitarbeiterbenefits.
Die bAV ist gesetzlich vorgeschrieben, aber richtig gemacht einer der stärksten Benefits für die Bindung eurer Mitarbeitenden. Haltet die Werte 2026 ein, zahlt den Zuschuss korrekt, wählt einen unabhängigen Partner und macht das Angebot verständlich. Dann wird aus der Pflicht ein echter Vorteil.
Ist die bAV für Arbeitgeber Pflicht? Ja, in einem Punkt: Mitarbeitende haben einen Anspruch auf Entgeltumwandlung bis 4 % der Beitragsbemessungsgrenze, 2026 also bis 4.056 € im Jahr. Eine arbeitgeberfinanzierte bAV ist dagegen freiwillig.
Wie hoch ist der Arbeitgeberzuschuss zur bAV? Mindestens 15 % des umgewandelten Betrags, soweit der Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge spart. Die Pflicht gilt für Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds, außer ein Tarifvertrag regelt es anders.
Wie viel kann 2026 steuerfrei in die bAV fließen? Bis zu 8 % der Beitragsbemessungsgrenze, also 8.112 € im Jahr. Davon sind bis zu 4 %, also 4.056 €, auch sozialversicherungsfrei.
Haftet der Arbeitgeber für die Betriebsrente? Ja. Der Arbeitgeber steht für die zugesagte Leistung ein, auch wenn ein Versicherer oder eine Kasse sie auszahlt. Bei falscher Information kann er außerdem schadenersatzpflichtig werden.
Was passiert mit der bAV bei einem Jobwechsel? Durch Entgeltumwandlung finanzierte Anwartschaften sind sofort unverfallbar. Arbeitgeberfinanzierte Anwartschaften werden unverfallbar, wenn die Zusage mindestens drei Jahre bestand und die Person mindestens 21 Jahre alt ist. Der Vertrag kann übertragen oder privat fortgeführt werden.
Welcher Durchführungsweg eignet sich für kleine Unternehmen? Meist die Direktversicherung. Die Verwaltung liegt beim Versicherer, und es fallen keine Beiträge zum Insolvenzschutz an.
Wie bindet man die bAV in die Lohnabrechnung ein? Umwandlungsbetrag und Zuschuss werden in der Lohnabrechnung steuer- und beitragsfrei gestellt, bis die Grenzen erreicht sind. Am einfachsten geht das, wenn Änderungen digital erfasst und direkt an die Lohnabrechnung übergeben werden.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

von Anika Brunner
09. Mai 2025 | 9 min
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